In dieser Anleitung erfahrt ihr wie man Blattläuse bekämpft, warum man einen Blattlausbefall an Chilipflanzen bekämpfen sollte und wie sich dieser auf Chilipflanzen auswirken kann.
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Blattläuse sind kleine, birnenförmige, gesellige Insekten, die Eier legen und in warmen Klimazonen auch ohne Paarung lebende Nachkommen produzieren können. Blattläuse können als flügellose Nymphen und als geflügelte oder flügellose adulte Tiere von Blatt zu Blatt und von Pflanze zu Pflanze wandern. Sie können auch kilometerweit reisen, wenn sie vom Wind getragen werden. Sobald sie sich etabliert haben, findet man die Blattläuse an den Wachstumsstellen und auf der Unterseite der jüngeren Blätter. Blattläuse können Paprika- und Chilipflanzen erheblich schädigen, indem sie Flecken und Chlorosen auf den Blättern verursachen, die Blätter einrollen und die Blüten verzerren und absterben lassen. Die Pilze, die Rußtau verursachen, können auf dem zuckerhaltigen Honigtau, den die Blattläuse ausscheiden, wachsen und die Qualität der Früchte verringern. Die Kartoffelblattlaus, Macrosiphum euphorbiae, und die Grüne Pfirsichblattlaus, Myzus persicae, sind zwei häufige Schädlinge an Paprika- und Chilipflanzen.

Wie man Blattläuse bekämpfen kann
Neben dem einfachen Absammeln der Schädlinge bei einem kleineren Blattlausbefall gibt es mehrere Möglichkeiten zur Bekämpfung von Blattläusen auf Chili- und Paprikapflanzen. Gegen Blattläuse können Nützlinge wie Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven oder Marienkäfer und deren Larven eingesetzt werden. Diese Nützlinge kann man zum Einen draußen in der Natur sammeln und daheim auf den befallenen Pflanzen aussetzen und zum anderen bei verschiedenen Biotech-Firmen und in verschiedenen Internetshops oder im Fachhandel kaufen. Draußen stellt sich oft auch von selbst ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen ein.

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Bild: Marienkäferlarve beim Verspeisen einer Blattlaus

Manche Leute schwören auf einen Brennnesselsud oder einen Knoblauchsud. Bei Pflanzen draußen im Garten kann man mit Knoblauchsud die Blattläuse vertreiben oder mit einem Brennnesselsud bekämpfen. Ein Vorteil bei der Verwendung eines Suds ist, dass die Früchte nicht mit Giften belastet werden können und ein solcher Sud leicht herzustellen ist. Drinnen in der Wohnung ist die Anwendung jedoch keine gute Lösung wegen der Geruchsbelästigung, die durch einen solchen Sud entstehen kann.

Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Zur Bekämpfung von Blattläusen an Capsicum (Paprika und Chili) im Haus- und Kleingartenbereich gibt es verschiedene zugelassene Pflanzenschutzmittel. Mildere Mittel basieren auf Rapsöl oder Kaliseife. Diese Mittel müssen jedoch alle Schädlinge benetzen damit sie effektiv wirken. Wirksamer sind Mittel mit Rapsöl und Pyrethrinen, da sie teilsystemisch wirken und so auch Schädlinge erreichen, die an den Pflanzen saugen. Mittel auf Basis von Neem können auch eingesetzt werden. Oft sind mehrere Behandlungen in zeitlichem Abstand nötig. Dabei sollte man immer mal wieder das Pflanzenschutzmittel wechseln, um die Bildung von Resistenzen gegen die Mittel zu verhindern. Verschiedene Mittel auf Basis von Kaliseife, Rapsöl oder Rapsöl mit Pyrethrinen sind sogar für den ökologischen Landbau zugelassen.

Abzuraten ist bei Capsicum von selbstgebrautem Tabaksud zur Schädlingsbekämpfung. Nikotin (Tabak) hat seit vielen Jahren keine Zulassung mehr als Wirkstoff für Pflanzenschutzmittel. Mit Tabak kann man eventuell auch den Tabakmosaikvirus auf Nachtschattengewächse übertragen. Der Tabakmosaikvirus ist ein Pflanzenvirus, das man bei nicht-resistenten Nachtschattengewächsen kaum bekämpfen kann. Nikotin ist ansonsten schädlicher für Nützlinge und Tiere als die Neonicotinoide, die man mittlerweile auch kritischer sieht als früher.

Das wohl bekannteste Hausmittel im Kampf gegen Blattläuse ist Schmierseife oder Kaliseife. Für ein effektives Hausmittel gegen Blattläuse löst man 50 g Schmierseife in 1 Liter warmem Wasser auf und füllt die abgekühlte Seifenlösung in eine Sprühflasche. Mit der Seifenlösung besprüht man die betroffenen Pflanzen. Bei einem starken Befall mit Blattläusen lässt sich das Spritzmittel mit etwas Alkohol oder Spiritus in seiner Wirkung verstärken. Dazu benötigt man zwei Teelöffel Alkohol oder Spiritus, die in die Schmierseifenlösung gerührt werden.

Ein weiteres Hausmittel ist Oregano-Tee oder ein Oregano-Sud. Für die Herstellung nimmt man 100 g frischen oder 10 g getrockneten Oregano, brüht ihn mit 1 Liter kochendem Wasser auf und lässt ihn 15 bis 20 Minuten ziehen. Anschließend siebt man die Pflanzenreste ab und verdünnt den Sud im Verhältnis 3:1 mit Wasser. Nun kann man das Mittel gegen die Schädlinge ausbringen.

Warum man einen Blattlausbefall bekämpfen sollte
Auf den folgenden Bildern sind die Auswirkungen auf Chilipflanzen durch einen starken und zu spät bekämpften Blattlausbefall zu sehen. Die Pflanze wird deutlich in ihrer Entwicklung zurückgeworfen. Es bilden sich zwar neue Blüten, es kommt aber kaum noch zu einer neuen Fruchtbildung. Die Blätter verkrüppeln teilweise, besonders wenn sie bereits während des Wachstums von Blattläusen befallen werden. An den Saugstellen sterben die Blattzellen ab. Rundherum wächst das Blatt noch weiter, weshalb sich die Verkrüppelungen bilden. Die Einstichstellen und die Ausscheidungen der Blattläuse, der sogenannte Honigtau begünstigen zusätzlich einen Pilzbefall.

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Bild: Schäden durch starken Blattlausbefall

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Bild: zurückgebliebene Häute von Blattläusen, Schäden an Einstichstellen und durch Pilzbefall wegen des Honigtaus, die Ausscheidung der Blattläuse

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Bild: Schäden durch Blattläuse, Blattlaushüllen und durch Nützlinge (z.B. Schlupfwespen) parasitierte Blattläuse

- Anleitungen Pflanzenschutz
- Chili-FAQ
- Abkürzungen und Begriffe
 
Zuletzt bearbeitet:
Pflanzt man Ringelblumen zwischen den gefährdeten Pflanzen (u.a. Tomaten und Chilis), wirken diese als Opfer- oder Fangpflanze. Die Kulturpflanzen werden nicht befallen, denn die Blattläuse werden von den Ringelblumen magisch angezogen.
Die Ringelblumen sind völlig anspruchslos und helfen auch gegen Nematoden & Drahtwürmer.

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Ich kann nur sagen,
Litzetan!
 
Pflanzt man Ringelblumen zwischen den gefährdeten Pflanzen (u.a. Tomaten und Chilis), wirken diese als Opfer- oder Fangpflanze. Die Kulturpflanzen werden nicht befallen, denn die Blattläuse werden von den Ringelblumen magisch angezogen.
Habe den Spruch einer Bio-Gärtnerei schon öfter erwäht: Die Schädlinge müssen vor den Nützlingen da sein. Geduld ist gefragt, Chemie will niemand, die killt auch Nützlinge, wie diese Marienkäferlarve beim Snacken:




 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich muss dazu erwähnen,dass ich Litzetan ausschliesslich in der Indoorphase eingesetzt hatte.
2x in 2022.
Outdoor hatte ich keinen Befall,
hatte die Marienkäferlarven bemerkt.
Auch derzeit bei meinem Indoor Anbau
konnte ich bisher keinen Befall entdecken.
Ich sprühe jeden Tag mit Wasser,wegen der trocknen Luft.
Da hab ich genug Zeit um Schädlinge zu entdecken.
Ich wünsche Allen Mitgliedern einen schädlingsfreien Anbau.
Gruß Uwe
 
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