In dieser Anleitung erfahrt ihr, wie man relativ einfach ein gut haltbares Chiliöl herstellt und bei der Herstellung potentielle Gesundheitsgefahren vermeidet. Dazu lässt man getrocknete Chiliflocken oder Chilipulver in Öl ziehen. So wird es nicht giftig.

Am besten eignen sich zur Herstellung eines Chiliöls Chilipulver oder getrocknete Chiliflocken und ein gutes kaltgepresstes Pflanzenöl. Wer kein Olivenöl nehmen möchte, kann das Chiliöl z.B. auch mit Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Sesamöl ansetzen. Zwischen 30g und 100g Chilipulver oder Chiliflocken gibt man je nach gewünschter Schärfe in 1 Liter Öl. Man lässt das Öl etwa 2 Wochen in einer Flasche ziehen, schüttelt es regelmäßig auf und filtert am Ende die Chiliflocken oder das Pulver wieder heraus. Mit dieser Methode vermeidet man das Einbringen von Wasser ins Öl und verhindert ein schnelles Verderben des Chiliöls. Schärfe und Aromen gehen so auch sehr viel schneller ins Öl über als wenn man nur ganze, getrocknete Chilis nimmt. Das Öl nimmt die Farbe der Chilis an. Zur Dekoration kann man am Ende noch ein paar ganze, getrocknete Chilis in die Flasche geben.

Zur Dekoration sieht auch ein Zweig Rosmarin gut in der Flasche mit dem Chiliöl aus. Möchte man Kräuter hinzugeben, sollten diese wie die Chilis auch immer getrocknet sein.

Bei der Herstellung von Chiliöl sollte man niemals frische Chilis kalt in Öl ziehen lassen. Davon ist unbedingt abzuraten, da man mit frischen Chilis Feuchtigkeit ins Öl bringt. Ein so hergestelltes Chiliöl hält sich oft nicht lange und verdirbt ohne durchgehende Kühlung relativ schnell. Bei der Verwendung zu Tisch wird die Kühlkette immer wieder unterbrochen. Es können im ungünstigsten Fall Gesundheitsgefahren und sogar gefährliche Bakteriengifte entstehen. Besonders gefährlich wird der Verzehr eines Chiliöls aus frischen Chilis, wenn sich darin das anaerobe Bakterium Clostridium botulinum vermehrt. Die Vermehrung dieses gefährlichen Bakteriums wird durch Feuchtigkeit bei gleichzeitigem Luftabschluss durch das Öl begünstigt. Die durch Clostridium botulinum hervorgerufenen Erkrankungen sind potentiell tödlich. Siehe auch die Anleitung Botulismus durch Chiliöl vermeiden, um weitere Infos zur Vermeidung von Gesundheitsgefahren durch falsch hergestelltes Chiliöl zu erhalten.

Wenn man dennoch frische Chilis für die Herstellung des Chiliöls nehmen möchte, sollte man zur Sicherheit das Öl vor dem Abfüllen vorsichtig erhitzen. Man schneidet oder sticht die Chilis an, damit das Öl besser eindringen kann und gibt sie in das Öl. Danach erhitzt man das Öl vorsichtig. Wenn man sicher gehen möchte erhitzt man das Öl mehrere Minuten auf mindestens 120°C. Bei dieser Temperatur werden alle potentiell gefährlichen Keime abgetötet. Viel heißer sollte es aber nicht werden, damit nicht so viele Inhaltsstoffe zerstört werden und das Öl nicht verbrennt.

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Bild: mit kaltgepresstem italienischen Olivenöl und Chilipulver angesetztes Chiliöl

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