Es will nicht wachsen - mögliche Ursachen für langsames Wachstum von Chilipflanzen

Falls es mit dem Wachstum während der Anzucht von Chilipflanzen nicht so klappt wie gewünscht: In dieser Anleitung findet ihr einige mögliche Ursachen für ein zu langsames Wachstum von Paprika- oder Chilipflanzen und Hinweise zur Verbesserung:
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  1. Töpfe zu klein: Chilipflanzen benötigen ausreichend Platz für ihre Wurzeln. Wenn die Wurzeln an die Grenzen des Topfes stoßen, kann das oberirdische Wachstum stagnieren. Daher sollte man ausreichend große Töpfe verwenden und die Pflanzen während der Wachstumsphase mehrmals in größere Töpfe umtopfen.
  2. Nährstoffarmes Substrat: Chilipflanzen kann man auch in nährstoffarmen Substraten, wie z.B. Kokoserde, Kokostabs oder sogar in Substraten ohne Nährstoffe, wie z.B. Steinwolle anziehen. Bei diesen Substraten muss man sich jedoch selbst um die Düngung kümmern. Ohne Nährstoffe gibt es nach dem Keimlingsstadium kein Wachstum mehr. Nachdem sich die ersten Blätter gebildet haben, sollte man bei diesen Substraten gleich mit der Düngung beginnen.
  3. Nähstoffe aufgebraucht: Auch Blumenerde oder Anzuchterde kann mit der Zeit nährstoffarm werden. Nach ein paar Wochen Wachstum haben die Jungpflanzen einen Großteil des Nährstoffvorrats aufgebraucht. Entweder mit regelmäßigen Düngergaben oder durch regelmäßiges Umtopfen in größere Töpfe mit frischer Erde kann man in diesem Fall das Wachstum der Chilipflanzen unterstützen.
  4. Licht und Wärme: Chilis lieben Licht und Wärme. Es sollte sichergestellt sein, dass die Pflanzen mindestens 12 Stunden Licht pro Tag erhalten. Auch Temperaturen unter 15°C können das Wachstum verlangsamen.
  5. Wasser: Das richtige Gießen ist wichtig. Chilipflanzen brauchen weder zu viel, noch zu wenig Wasser. Man sollte Staunässe vermeiden und dafür sorgen, dass überschüssiges Wasser gut aus den Töpfen ablaufen kann. Ebenso sollten Chilipflanzen während der Anzucht nicht in zu trockener Erde stehen. Ohne Wasser nehmen die Wurzeln auch keine Nährstoffe aus dem Substrat auf. Stehen die Pflanzen dauernd zu feucht oder immer wieder zu trocken, behindert das das Wachstum der Pflanzen.
  6. Presstöpfe aus Papier: Presstöpfe aus Papier sollen die Umwelt schonen. Da sie aus Altpapier gepresst werden, ist ihre Herstellung relativ umweltfreundlich. Allerdings bereiten solche Presstöpfe bei der Anzucht von Chilipflanzen gerne mal Probleme. Es kann nämlich eine Herausforderung sein, die richtige Menge Wasser zu gießen. Sind die Presstöpfe zu feucht, setzen sie gerne Schimmel an. Andererseits trocknen sie viel schneller aus als Töpfe aus Kunststoff. Stehen die Pflanzen dauernd zu feucht oder immer wieder zu trocken, behindert das das Wachstum der Pflanzen. Da Töpfe aus Kunststoff wiederverwendet werden können, empfehlen wir zumindest Anbauanfängern die Verwendung von Anzuchttöpfen aus Kunststoff.
  7. Falsches Substrat: Die Wahl des richtigen Substrats ist entscheidend. Chilis bevorzugen eine durchlässige Erde, in der überschüssiges Wasser gut abfließen kann und die genug Luft an die Wurzeln lässt. Gleichzeitig sollte die Erde genug Feuchtigkeit halten können. Zu kompakte Erde und Staunässe können das Wurzelwachstum beeinträchtigen. Man sollte darauf achten, dass die Erde einen pH-Wert von etwa 5,6 bis 6,5 hat. Mit Zuschlagsstoffen wie Perlite oder Vermiculite kann man das Wasserspeicherverhalten der Erde verbessern.
  8. Erde mit zu vielen Holzanteilen: Besonders torffreie und torfreduzierte Erden enthalten oft Holzfasern. Sind jedoch zu viele grobe Holzstückchen enthalten, kann die Erde die Feuchtigkeit nicht ausreichend halten und trocknet zu schnell aus, besonders wenn man nicht regelmäßig und ausreichend gießt. Bei der Zersetzung der Holzstücke kann im ungünstigsten Fall mehr Stickstoff verbraucht werden als dadurch freigesetzt wird. Dies kann einen Stickstoffmangel an den Pflanzen verursachen. Erde mit vielen groben Holzstückchen sollte man daher bei der Anzucht von Chilipflanzen vermeiden.
  9. Versalztes Substrat: Bei der Verarbeitung von Kokosfasern wird oft Meerwasser verwendet. Werden die Fasern bei der Herstellung von Kokoserde nicht nochmal ausreichend nachgespült, kann die Kokoserde versalzt sein. Das behindert das Wurzelwachstum oder schädigt sogar die Wurzeln. Wenn man sicher gehen möchte, kann man Kokoserde vor der Verwendung mit Wasser spülen. Das wäscht eine eventuell vorhandene Versalzung aus.
Viel Erfolg beim Gärtnern! 🌶️🌱

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Bild: Nur langsam wachsende Chilipflanzen

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Erde mit zu vielen Holzanteilen: Besonders torffreie und torfreduzierte Erden enthalten oft Holzfasern. Sind jedoch zu viele grobe Holzstückchen enthalten, kann die Erde die Feuchtigkeit nicht ausreichend halten und trocknet zu schnell aus, besonders wenn man nicht regelmäßig und ausreichend gießt. Bei der Zersetzung der Holzstücke kann im ungünstigsten Fall mehr Stickstoff verbraucht werden als dadurch freigesetzt wird. Dies kann einen Stickstoffmangel an den Pflanzen verursachen. Erde mit vielen groben Holzstückchen sollte man daher bei der Anzucht von Chilipflanzen vermeiden.
Genau dieses Problem hatte ich dieses Jahr mit der Tomatenanzucht. Die gekaufte Erde vom Händler mit dem Biber (45 l Gemüseerde torffrei für ca. 12 €) war der letzte Schrott. Ein extrem hoher holzartiger Anteil, vielleich Miscanthus?, war vorhanden, aber zumindest die Haptik erschien beim Pikieren der Tomaten sehr angenehm. Nur wurde das Holzige in kürzester Zeit immer weniger und die Pflanzen kümmerten vor sich hin.
Ein paar wenige Nachzügler, die ich ca. 3 Wochen später in die ebenfalls torffreie Blumenerde (60 l für ca. 8 €) des örtlichen Kompostwerkes setzte, wuchsen den Pflanzen in der teuren Erde davon.
Meine Vermutung ist ebenfalls, dass die holzigen Anteile während der Verrottung in der kostspieligen Obi-Erde allen Stickstoff verbrauchten. Jedenfalls passt das Preis-/Leistungsverhältnis bei diesem Produkt in keinster Weise.
 
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