Feiert ihr Fastnacht, Fasching, Karneval?

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Früher war ich tatsächlich rund 10 Jahre im Vorstand eines Karnevalsvereins tätig und habe nicht nur an Karneval, sondern auch über das Jahr verteilt jedes Jahr verschiedene Veranstaltungen in Kerben mitorganisiert. Mein Vater war Gründungsmitglied und lange Jahre Vorsitzender des Vereins. Als er vor mehr als 15 Jahren gestorben ist, verschiedene Leute weggezogen sind und der Saal geschlossen wurde, in dem immer unsere Karnevalssitzung stattfand, ist der Verein etwas „eingeschlafen“. Mittlerweile werden wieder kleinere Veranstaltungen organisiert, da ein paar Zugezogene beschlossen haben, den Verein wieder aufleben zu lassen. Früher bin ich zu diversen Sitzungen und Umzügen gefahren. Heute bin ich mehr zum Karnevalsmuffel geworden.

Feiert ihr eigentlich Fastnacht, Fasching oder Karneval oder gehört ihr zur Fraktion, die froh ist, wenn Fastnacht, Fasching, Karneval vorbei sind?

Wie heißt es bei euch, Fastnacht, Karneval oder Fasching? In Kerben heißt es Karneval. Es wird „Helau“ gerufen. In Mannheim heißt es Fasching. Es wird „Ahoi“ gerufen. Wie ist das in eurer Region?
 
Bei uns heißt es Karneval und hier in Xanten wird in der Regel alle zwei Jahre ein Umzug durch das Xantener Blutwurstkomitee veranstaltet. Er findet am Blutwurstsonntag (Sonntag vor Rosenmontag) statt und heißt dementsprechend Blutwurstsonntagszug… Helau!🎉
 
Als ich im Schwabenländle war,habe ich die (allemannische ??) Fasnet kennengelernt.
Ich war schwer begeistert.
Soviel Rambazamba hatte ich noch nie erlebt.
Wunderschöner Brauch.
Bei uns in Brandenburg gibt es auch einige "Hochburgen"
mit den Festumzügen die ich im Schwäbischen
erlebt habe,nicht zu vergleichen.
Gruß Uwe
 
Bei uns in Niedersachsen ist das mit dem Karneval so eine Sache. Während man in den südlicheren Teilen, wie Braunschweig, Hannover und Osnabrück die Weiberfastnacht und den Straßenkarneval mit entsprechenden Umzügen wie dem Schoduvel und dem Ossensamstag traditionell zelebriert, nimmt die närrische Feierlaune nach Norden hin doch sehr stark ab. Es gibt wohl hier und da mal eine Faschingsparty oder eine Kindermaskerade aber das war es dann auch schon.

In der Lüneburger Gegend und dem Harburger Raum, pflegt man zwischen Anfang Januar bis Anfang März, mit dem sogenannten FASLAM, einen alten niederdeutschen Winterbrauch, der sich bis zur Zeit der Reformation zurück verfolgen lässt.
Früher zogen zur Zeit der Wintersonnenwende die Knechte und Mägde in bunten Verkleidungen von Hof zu Hof, um den Winter zu vertreiben. Dafür verlangten sie einen Obolus. Anschließend wurde ein großes Fest mit Essen, Trinken und Tanz gefeiert.
Auch heute sind der Umzug durch das Dorf, das “Schnorren” für Käse, Eier, Wurst oder Bares und das anschließende Fest (Lumpenball) feste Bestandteile des Faslam. Der Landkreis Harburg ist eine der Hochburgen des Faslam, aber auch in den umliegenden Landkreisen wird gefeiert. Die Herkunft des Wortes “Faslam” ist nicht genau geklärt, sie könnte zurückgehen auf das Wort “Faselabend”.
Obwohl jedes Dorf Faslam auf seine eigene Art und Weise feiert, gibt es doch einige Grundbestandteile, die überall gleich sind. Für die Organisation der Feierlichkeiten gibt es einen Verein, dessen Mitglieder sich “Faslamsbrüder” nennen. Die Faslamseltern (Faslamsmudder und Faslamsvadder) werden von den Vereinsmitgliedern gewählt. In einigen Orten dürfen nur Männer dieses Amt ausüben. Eine Teilnahme ist Jugendlichen ab dem 16. Lebensjahr gestattet.
Da viele Ortschaften im genannten Zeitraum, an verschiedenen Terminen ihr eigenes Faslamsfest feiern, kann man an jedem Wochenende an einem anderen Lumpenball teilnehmen.

Faslamslied:
Fester Bestandteil der Tradition ist auch das Faslamslied, das beim Schnorren vor der Türe gesungen wird. Hier ein Beispiel aus Oldendorf/Luhe:
Alle Faslamsbrüder
leben so wie ich und Du,
alle Faslamsbrüder
leben so wie wir.
Sie legen sich besoffen nieder,
stehen auf und saufen wieder,
alle Faslamsbrüder
saufen so wie wir.
Hoch das Bein,
die Schweinepreise steigen,
hoch das Bein,
die Schweine die sind fett.
Solang dei Buuk inne West noch passt,
ward keine Arbeit angefasst,
solang dei Ors inne Büx noch passt,
ward keine Arbeit angefasst.
Faslam!!
 
Ich feiere da im Übrigen bereits seit ca. 30 Jahren nicht mehr mit...😉
Geht mir ähnlich. Früher waren die Karnevalstage – von Altweiber bis Veilchendienstag – für mich die Feiertage schlechthin, aber seit gut 20 Jahren hat das Interesse daran auch merklich nachgelassen und ich bin mittlerweile auch zu einem Karnevalsmuffel geworden.
 
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