Wenn sich kleine Knubbel auf den Blattunterseiten bilden, tauchen die Fragen auf, "Was ist das?", "Ist es schädlich für die Pflanzen?", "Sind das Schädlinge?" und "Was kann man dagegen tun?"
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Es kommen mehrere Ursachen dafür in Frage. Daher sollte man zuerst feststellen, ob die "Knubbel" leicht abgehen oder nicht und reibt sanft mit den Fingern über die Blattunterseiten. Gehen die "Knubbel" durch leichtes Reiben mit dem Finger ab, ist es in aller Regel eine Erscheinung, die durch zu viel Dünger auftritt. Die Pflanze scheidet bei zu hoher Düngung überschüssige Nährsalze über die Blätter aus. Es bilden sich kleine Salzkristalle. In diesem Fall sollte man die Düngung zurückfahren.

Gehen die "Knubbel" durch leichtes Reiben nicht ab, handelt es sich um Ödeme. Ödeme sind eine Art "Krampfader von Pflanzen" und haben mit einem gestörten Wasserhaushalt der Pflanze zu tun. Zu hohe Wassergaben, zu hohe Luftfeuchtigkeit, zu stark schwankende Wasserversorgung aber auch zu viel Dünger begünstigen die Bildung von Ödemen.

Zur Frage der Schädigung der Pflanzen ist zu sagen: Eine Überdüngung kann die Pflanzen immer schädigen, muss aber nicht. Ödeme selbst sind nicht besonders schädlich für Chili- und Paprikapflanzen, ihre Ursachen eventuell schon.

Bei Ödemen an Chili- und Paprikapflanzen sollte man in erster Linie sein Gießverhalten überprüfen. Gießt man oft mit zu viel Wasser, sollte man zukünftig weniger gießen. Zuschlagsstoffe wie Perlite in der Erde helfen dabei, den Wasserhaushalt im Substrat besser zu regulieren.

Gießt man jedes Mal mit viel Wasser und wartet dann bis die Töpfe ausgetrocknet sind, kann das die Bildung von Ödemen begünstigen. Bei Trockenheit wird das Pflanzengewebe schlaff. Nach dem Gießen erhöht sich der Druck im Gewebe wieder. Der dauernde Wechsel zwischen trocken, schlaff und feucht beansprucht das Pflanzengewebe zusätzlich. Daher sollte man besser auf eine gleichmäßigere Wasserversorgung umstellen und öfters aber dafür mit kleineren Mengen gießen.

Liegt es an zu hoher Luftfeuchtigkeit in der Umgebung der Chili- und Paprikapflanzen, sollte man versuchen, die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, zum Beispiel durch bessere Lüftung.

Eine starke Düngung kann ebenso Ödeme an Chili- und Paprikapflanzen begünstigen. Besonders zu viel Stickstoff kann für schnelleres Wachstum sorgen. Das Gewebe bildet sich dann aber nicht so fest aus wie normal. So können sich Ödeme leichter bilden.

Bei Ödemen sollte man auch nicht davon ausgehen, "Ich behandle alle Pflanzen gleich, aber nur die eine hat Ödeme, deshalb passt alles wohl".

Chili- und Paprikapflanzen sind unterschiedlich anfällig für Ödeme, sogar innerhalb einer Sorte. Es kann durchaus sein, dass man zu viel gießt und keine einzige Pflanze Ödeme bekommt. Es kann auch sein, dass nur einzelne Pflanzen einer Sorte Ödeme bekommen und alle anderen nicht. Ödeme an Chili- und Paprikapflanzen sind ein Zeichen, dass etwas bei den Anbaubedingungen nicht passt. Wenn keine Ödeme auftreten heißt das im Umkehrschluss nicht unbedingt, dass die Bedingungen gut sind.

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Bild: Ödeme an Chiliblättern

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