Perlite als Zuschlagstoff für Pflanzensubstrate

In dieser Anleitung wird das Thema Perlite als Zuschlagstoff für Pflanzensubstrate betrachtet. Perlite sind vulkanische Gläser wie Obsidian, die sich durch zahlreiche Verwitterungs- und Umwandlungsprozesse in lockere Gesteinsstrukturen verändert haben. Ursprünglich entsteht aus hartem Obsidian ein lockeres Gestein. Durch den zahlreichen Nachschub an vulkanischem Material werden Perlite auch zukünftig immer wieder neu gebildet. Die bekanntesten europäischen Vorkommen liegen in Griechenland, Südungarn, Türkei, Italien, Tschechien, auf Island und in Russland.
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Perlite haben eine Reihe von bemerkenswerten Eigenschaften, die sie zu einem wertvollen Zuschlagstoff in verschiedenen Anwendungen machen. Sie haben eine extrem große Oberfläche und können viel Wasser speichern. Um die wasserspeichernden Eigenschaften von Perliten zu optimieren, muss das Rohmaterial "aufgepoppt" werden, d.h., es wird schlagartig auf rund 900 Grad erhitzt. Dabei weiten sich die Kanäle im Gestein und das Volumen des Materials nimmt um bis zu 20 Prozent zu, wobei die Dichte sinkt. Zudem sind Perlite pH-neutral und haben einen äußerst geringen Salzgehalt.

Im Gartenbau werden Perlite als Zuschlagstoff zur Bodenverbesserung oder als Einzelsubstrat für mineralische Anzuchterden verwendet. Als Bodenverbesserer sorgen Perlite durch ihre hohe Durchlässigkeit sowie durch das verhältnismäßig hohe Porenvolumen (etwa 95 %) für die Speicherung von Wasser und können helfen, Bodenverdichtung zu vermeiden. Perlite können Wasser aufnehmen, quellen dabei auf, geben das Wasser später an die wieder trockener werdende Erde ab und schrumpfen dabei zusammen. Dadurch entstehen winzige Hohlräume im Substrat, durch die Luft an die Wurzeln gelangen kann. So hilft der Zuschlagstoff die Durchlüftung des Bodens positiv zu beeinflussen und Wurzelschäden vorzubeugen.

Verschiedene Hersteller von Blumenerden verwenden Perlite, um eine bessere Wasserspeicherung ihrer Erden zu gewährleisten und Blumenerde längerfristig lockerer zu machen. Die poröse Oberfläche der aufgeblähten Perlite schafft Raum sowohl für Luft und Wasser, was u.a. dem Wurzelwachstum zu Gute kommt. Bei Erde zum Anbau von Chilipflanzen hat es sich bewährt, dem Substrat zwischen 15 und 25 Prozent Agrar-Perlite mit der Körnung 2 bis 6mm zuzusetzen.

In großen Anzuchtbetrieben wird Perlite sogar als reines Anzuchtmaterial verwendet. Die Nährstoffe werden durch die Bewässerung eingebracht, im Perlit gespeichert und mit dem Wasser wieder an die Pflanzen abgegeben.

Perlite werden meistens in drei Körnungen für verschiedene Bereiche angeboten:
  • 0 bis 3 Millimeter
  • 0 bis 6 Millimeter
  • 2 bis 6 Millimeter
Während man Perlite-Isolierschüttungen in praktisch jedem Baumarkt findet, gibt es Agrar-Perlite oft nur über Bestellungen im Internet zu kaufen oder im Großhandel für Landwirtschaft und Gartenbau. Einige dieser Isolierschüttungen sind hydrophobiert oder teil-hydrophobiert, daher mehr oder weniger wasserabweisend und damit als Zuschlagsstoff für Erdsubstrate relativ nutzlos. Für die Beimischung in Pflanzensubstrate sollte man besser Agrar-Perlite bevorzugen. Siehe dazu auch "Test Agrar-Perlite vs. Isoself".

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Bild: Agrar-Perlite

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