Rachenreibe, C. chinense

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Die Rachenreibe ist eine superscharfe Capsicum chinense. Zum Ursprung weiß ich allerdings nahezu nichts. Es wurde bei einem Chilitreffen im letzten Jahr gesagt, dass sie eine unangenehme Schärfe haben soll, die im Rachen brennen würde. Sie soll auch an die Carolina Reaper heran kommen. Ein Grund, sie mal anzubauen. Mir fällt leider nur nicht mehr ein woher ich das Saatgut bekommen habe.

Die Plazenta geht vom Stielansatz bis herunter in die Spitze. Innen glänzt die Frucht ölig. Beim Anschnitt verbreitet sich direkt ein starker, typischer Chinense-Duft. Es ist auch etwas leicht fruchtiges im Duft. Der Duft hat das Potential Kopfweh zu verursachen wenn man ihn länger einatmet. Das verheißt hohe Schärfe.

Es ist schwierig ein Stück ohne Plazenta abzuschneiden, denn diese geht bis herunter in die Spitze. Eine hohe Schärfe setzt direkt schon bei einem kleinen Stück aus der Spitze ein. Die Schärfe steigert sich danach noch weiter und fühlt sich recht unangenehm an. Sie brennt nicht nur auf der Zunge sondern tatsächlich auch leicht im Rachen. Der Geschmack könnte etwas fruchtiger sein.

Als Anwendung kann ich mir am ehesten Chilipulver vorstellen. Mit einer kleinen Dosierung kann man hohe Schärfe ins Essen bekommen. Da der Eigengeschmack weniger stark als zum Beispiel bei einer Bhut Jolokia oder verschiedenen anderen Superhots ist, kann man mit Pulver Schärfe ins Essen bringen ohne ansonsten den Geschmack viel zu verändern.

Für Hotsaucen, deren Geschmack hauptsächlich durch andere Zutaten als die Chilis erzeugt wird, könnte ich mir auch eine Verwendung vorstellen. Für Saucen, bei denen der Geschmack der Chilis im Vordergrund steht, halte ich sie weniger geeignet. Dafür wirkt die Rachenreibe zu unangenehm.

Ob sie wirklich an eine Carolina Reaper heran kommt, kann ich momentan mangels direkter Vergleichsmöglichkeiten nicht beurteilen. Sie ist aber definitiv eine der schärfsten Sorten, die ich in den letzten Jahren probiert habe.

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Die Rachenreibe ist eine nicht Stabile Linie der Jigsaw von Jukka von fatalii.net.
Entdeckt wurde sie von Thomas Gruber der Gärtnerei Förth .
Diese wurde lange weiter selektiert und in der Zwischenzeit über Stecklinge vermehrt. Die aktuelle Generation hat nur die Gärtnerei Förth.
Name wurde von Thomas und mir festgelegt nachdem Thomas in seiner Bewertung der ersten Früchte diese als richtige Rachenreibe bezeichnet hat.
Gemessen wurde diese übrigens mit 1,29 Millionen Scoville.
Leider wurde keine Sorte zum Vergleich gemessen aber alle Leute die in dem Jahr auf dem Chili Fest der Gärtnerei Förth Rachenreibe und Carolina Reaper probiert haben empfanden die Rachenreibe als schärfer.
 
Danke für die Info. Die Rachenreibe hat auf jeden Fall eine schlimmere Schärfe als die 7pot Congo Chocolate, die ich auch schon angebaut habe. Eine Carolina Reaper habe ich noch nie angebaut. Das wäre für einen direkten Vergleich jetzt gut gewesen. Ausschlaggebend war bisher, dass ich vor ein paar Jahren etwas von der Reaper probiert habe und mir das Aroma anderer Superhots viel besser gefallen hat. Bei der oben getesteten Rachenreibe finde ich das Aroma ein wenig dünn. 1,29 Mio. SHU sind schon ordentlich.
 
Bei der Reaper gibt es auch noch das Problem, welche man denn anbaut. Die, die ich letztes Jahr hatte war m.E. weniger scharf als meine gleichzeitig angebauten Bhut Jolokias. Geschmacklich war sie auch nix und die ganze Pflanze hat nicht überzeugt. Kann mir vorstellen, wenn man eine "originale" anbaut, dass die völlig anders ist ... Aber es gibt wohl inzwischen zig Versionen davon, die vermutlich mit der eigentlichen Reaper auch so wenig zu tun haben wie die "Real Fataliis", "MOA Scotch Bonnets" usw. mit ihren Ursprüngen.
 
Mir fällt leider nur nicht mehr ein woher ich das Saatgut bekommen habe.
Das Saatguttütchen war mit "Rachenreibe" und "Jens" beschriftet. Daher war das bestimmt von @hero. Den letzten Rest des Saatguts hatte ich für diese Saison ausgesät. Nachdem zuerst nichts gekeimt war gibt es nun zwei Keimlinge Rachenreibe.

Rachenreibe.jpg
 
Die Rachenreibe ist eine nicht Stabile Linie der Jigsaw von Jukka von fatalii.net.
Entdeckt wurde sie von Thomas Gruber der Gärtnerei Förth .
Diese wurde lange weiter selektiert und in der Zwischenzeit über Stecklinge vermehrt. Die aktuelle Generation hat nur die Gärtnerei Förth.
Name wurde von Thomas und mir festgelegt nachdem Thomas in seiner Bewertung der ersten Früchte diese als richtige Rachenreibe bezeichnet hat.
Gemessen wurde diese übrigens mit 1,29 Millionen Scoville.
Leider wurde keine Sorte zum Vergleich gemessen aber alle Leute die in dem Jahr auf dem Chili Fest der Gärtnerei Förth Rachenreibe und Carolina Reaper probiert haben empfanden die Rachenreibe als schärfer.
Ich kann mich noch gut an ihn hier erinnern, der ja nun wirklich so einiges an Schärfe gewöhnt ist.
Er war damals auch mit auf dem Treffen bei Thomas mit dabei, als wir uns durch getestet hatten. ;)
Mfg, Jens. :)

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Als er und seine Frau gerade mit Abenteuer Chili angefangen hatten, habe ich ihn und seine Frau bei einem Chilitreffen kennen gelernt. Damals hatte er diverse Sorten selbstgemachten Senf dabei.

Die Rachenreibe aus dem damaligen Saatgut hatte frisch aus dem Gewächshaus geerntet eine extreme Schärfe, die im Rachen richtig ungenehm brennen kann. Dieses Schärfeniveau hatte ich auch schon bei einer 7 Pot Congo Chocolate und bei einer anderen Sorte 7 Pot. Bei denen war die Schärfewirkung aber weniger unangenehm ausgeprägt. Im Gewächshaus war der Ertrag der Rachenreibe nicht besonders hoch. Während die 7 Pot Congo Chocolate gut ansetzte hatte die Rachenreibe kaum Früchte dran. In der damaligen Saison war es im Gewächshaus den ganzen Sommer über immer sehr warm, und die Rachenreibe hatte Schwierigkeiten überhaupt Früchte anzusetzen.
 
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