Saatgutbeize

Flugkatze

Bekanntes Mitglied
Beiträge
541
Hat das nen tieferen Sinn oder ist einfach nur Spielerei, damit es mehr ist Auge sticht?
Also Wikipedia sagt dazu das es einem tieferen Sinn hat.
Zitat:

"Mit Beizen oder Beizung oder Saatgutbeizungbezeichnet man in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Landschafts- und Gartenbau die Behandlung von Saat- und Pflanzgut mit Pflanzenschutzmitteln, um die Saat oder Pflanzung gegen Pilzbefall (Auflaufkrankheiten) und vor Schädlingen (meist Insekten oder Vögel) zu schützen, gegen die Sämlinge und Jungpflanzen besonders anfällig sind. Getreidesaatgut wird mit Fungiziden gegen Auflaufkrankheiten gebeizt. Mais, Zuckerrüben, Raps werden dagegen auch mit Insektiziden behandelt. Beizmittel haben normalerweise eine systemischeWirkung, d. h. der Wirkstoff wird mit dem Saftstromauch in neue Pflanzenteile transportiert."
 

mph

Indoor- und Balkonanbauer
Chilihead
Administrator
Beiträge
7.154
Für eine Saatgutbeize gibt es mehrere Gründe. Zum einen kann man sie ein Schutz für das Saatgut sein, z.B. gegen Schädlingsfraß, Keime oder Pilzerkrankungen. Man kann über eine Saatgutbeize auch Dünger für die Anzucht mitgeben. Zur Unterscheidung färben die Saatguthersteller die Beize ein.

Edit: Während ich schreibe, hast du die Erklärung bereits gefunden.
 

HatchChileFestival

Bekanntes Mitglied
Beiträge
247
Wobei ich kein Freund davon bin - bei normalen Samenaufbewahrungszeiten und dem Umgang mit Samen, den wir Hobby"bauern" uns leisten können. (Also trocken halten mit Silicagel usw.). Denn es ist lt. einer Unistudie, die ich mal dazu gelesen habe so, dass auch die Keimrate nicht ganz unerheblich durch das Beizen sinkt. Ist also eine zweischneidige Sache. Ich gehe davon aus, dass das zwar unter dem Strich bei Samenmassenproduktion was bringt, aber im Hobbybereich würde ich es eher als Spielerei oder evtl. sogar Zeichen dafür sehen, dass ein "Hersteller" seine Samen nicht unbedingt beim Altwerden aussortiert ... ist zumindest eine Vermutung. Denn großindustriell werden Chilisamen ja wohl eher selten gewonnen.
 

mph

Indoor- und Balkonanbauer
Chilihead
Administrator
Beiträge
7.154
Cool! Dann beizen wir doch mal gegen Blattläuse und Schneckenfraß. Ich wäre dabei!
Die Idee ist nicht neu. Bei landwirtschaftlichem Saatgut gibt/gab es das bereits. Gegen beißende und saugende Schädlinge hilft eine neonicotinoid-haltige Beize für das Saatgut, z.B. mit Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam oder auch Thiacloprid (Thiacloprid ist bekannt unter Bayer Calypso und Biscaya). Der Keimling nimmt den Wirkstoff aus der sich zersetzenden Hülle auf und schützt eine Zeit lang gegen Schädlinge.
Gegen Schnecken hilft Methiocarb. Die Wirkstoffe sind aber nicht mehr alle zugelassen oder nur noch teilweise oder auch wegen der Bienengefährlichkeit umstritten.
 
Oben