Soll man Chilis ausgeizen?

Die Idee mit dem Ausgeizen kommt neben dem Tomatenanbau aus dem Anbau von Blockpaprika im Erwerbsgartenbau, wo man in Gewächshäusern die Pflanzen an Schnüren nach oben leitet. Dort ist man bestrebt, möglichst viele große Früchte in Handelsklasse 1 zu bekommen. Solche Früchte tragen überwiegend nur die Haupttriebe aber nicht jeder Seitentrieb. Die engen Durchgänge zwischen den Pflanzenreihen dürfen nicht zuwachsen und die Pflanzen nicht unnötig beschattet werden. Deshalb entfernt man Seitentriebe.

Ausgeizen ist bei den meisten Chilisorten jedoch kontraproduktiv. Damit reduziert man die Äste, die Zahl der Blattknoten und damit die Anzahl der möglichen Früchte. Auswirkungen auf die Fruchtgröße hat man damit auch kaum oder gar nicht. Blüten entstehen bei Chilipflanzen nur an den Nodien (Blattknoten). Mit Ausgeizen reduziert man bei Chilipflanzen einfach unnötig die Ernte.

Das Kappen von Astspitzen, um die Pflanzen in Form zu bringen, das Entfernen beschädigter Blätter oder bei Jungpflanzen von Blättern in Bodennähe, ist hingegen sinnvoll. Über beschädigte Blätter oder Blätter, die den Boden berühren, können leicht Krankheitserreger eindringen. Das Entfernen dieser Blätter regt zusätzlich auch die Bildung neuer Triebe an, an denen wieder neue Blüten und damit Früchte entstehen können.

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Bild: Capsicum chinense, Trinidad Hornet, nie ausgegeizt

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