Weiße Blätter trotz Dünger? - Eine Problemsuche

rob

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Hallo zusammen liebes Forum,

ich war früher in einem anderen Forum unterwegs, woher ich einige von Euch "kenne"; nach drei Jahren Pause hab ich nun endlich wieder Zeit und bin nun hier :)

Doch leider ist mein erster Post, nachdem ich schon ein paar Wochen stiller Leser bin, einem negativen Sachverhalt geschuldet....

Ich habe dieses Jahr im Gegensatz zu den Vorjahren eine seltsame Mangelerscheinung bei fast allen meinen Pflanzen: Die Blätter sind extrem hell, fast schon weiß, und die Pflanzen wachsen sehr sehr langsam. Es handelt sich ausschließlich um c.chinense (die anderen werden nächste Woche erst versenkt).

Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe ich das Growzelt im Keller aufgebaut, wo die Luft nur 14°C hat. Ich regle aber über Heizmatten unter den Töpfen + Thermostat 19°C Erdtemperatur. Die Luft im Zelt wird durch die Lampe während der Beleuchtungszeit so 16-17°C warm und ständig durch Entlüftung ausgetauscht.


Als Beleuchtung hatte ich bis gestern noch eine Sanlight S2W, die mir die letzten Jahre eigentlich gute Dienste erbracht hat. Allerdings waren mit der die ersten Wochen immer etwas hellere Blätter im Gegensatz zu einem 6500K Baustrahler aus meinen Anfängen.
Gestern habe ich dann die Sanlight gegen ein dimmbares Board von Bloomtech mit 308 Samsung LM301H getauscht. Wobei ich mir sicher bin, dass dieser krasse Mangel nicht an der Sanlight liegt.
Gekeimt habe ich in Jiffies und danach in Töpfe mit Compo Blumenerde getopft, was sich bisher auch immer bewährt hat bei mir.
Mein erster Gedanke war dann -zu wenig Dünger-, aber eigentlich sollte die Compoerde bei den kleinen Pflanzen genug Nährstoffe haben und die hellen Blätter begleiten mich von Anfang an. Dennoch habe ich letzte Woche nun 05g/L Haka Soft Spezial gegeben; nach fünf Tagen jedoch keine Besserung zu sehen.

Letztes Jahr habe ich zum ersten mal die Netze an den Jiffies dran gelassen und die Pflanzen sind normal gewachsen. Dieses Jahr habe ich es wieder gemacht, aber inzwischen habe ich ein ungutes Gefühl dabei. Die schlimmste Pflanze habe ich vorgestern ausgegraben und sie hatte kaum Wurzeln:


Hier ein kleiner Überblick über das Leid:






Vielen Dank schon einmal für Eure Einschätzungen!
 
Auf den Fotos kann man nicht wirklich etwas erkennen. Auf dem ersten Blick sieht es bei einem Teil der Pflanzen ähnlich wie ein Sonnenbrand aus. Sonnenbrandähnliche Schadbilder kann man bekommen, wenn eine starke LED-Beleuchtung zu dicht ran ist. Wenn die Beleuchtung 70, bzw. 60cm weit weg von den Blättern ist, kann das nicht die Ursache sein.

Wie lange ist das mit den hellen Verfärbungen denn schon? Woraus sind die Jiffies, aus Kokos oder aus Torf?
 
Die Jiffies sind aus Torf. Könnte es damit zusammenhängen, dass ich die Netze nicht abgemacht habe? Wobei das letztes Jahr mit den gleichen Jiffies kein Problem war.
Könnte es sein, dass sie die Heizmatten auch trotz Thermostat nicht mögen? Zumindest werden sie ziemlich schnell trocken durch die Wärme direkt von unten.
Das Ganze ist seit dem ersten echten Blattpaar; so seit ca drei bis vier Wochen.
 
Ich hätte die Netze abgemacht. Manchmal sorgen die Netze dafür, dass je nachdem wo man gießt unterschiedliche Feuchten im Jiffy und dem restlichen Substrat entstehen. Das feine Netz kann dafür sorgen, dass das Wasser daran vorbei läuft. Dann kann z.B. die Erde feucht sein und der Jiffy zu trocken.

Die Pflanzen stehen jetzt noch auf einer Heizmatte? Wieso?
 
Weil der Keller nur 14-15 Grad warm ist und ich so die Erde konstant warm halten kann. Von der Beleuchtung kommt leider nicht viel an, da ich eine starke Entlüftung habe, die die warme Luft immer wieder komplett aus dem Zelt bläst. Die musste ich so installieren, da bis Dezember noch eine Pflanze darin gewuchert hat und es sonst geschimmelt hätte (s. Anhang).

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Das Problem ist also schon gewesen als die Pflanzen noch in den Jiffies war.

Die Zusammensetzung der einzelnen Parameter ist eigentlich ziemlich unüblich. Recht kühle Lufttemperatur, wärmere Erdtemperatur und dann relativ viel Licht. Die Netze der Jiffies noch dran. Wahrscheinlich zumindest in den Jiffies dauernd stark schwankende Feuchtigkeit, weil die Jiffies durch die Heizung recht schnell austrocknen. Ich denke, da ist kaum noch herauszufinden was genau der Auslöser war. Ich vermute, von allem ein bisschen.

Die ganz hellen Flecken werden an den betroffenen Blättern wahrscheinlich nicht verschwinden. Wenn es besser wird sieht man es an den neuen Blättern.

Gibt es keinen besseren Raum mit ein paar Grad mehr Temperatur, wohin die Growbox könnte?
 
Danke für eure Antworten!

Ich werde das Zelt in den Technikraum umziehen, wo ein Konvektor wenigstens auf 16 Grad heizt (gemessen auf Kniehöhe).

Bilder hänge ich hier in hoher Qualität an, allerdings kann ich nur mit max 750x1000 hochladen.

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Du kannst die Bilder entweder als Anhang zum Beitrag hochladen oder in die Galerie. Alle Grafiken unter 40 Mega Pixel und unter 10 MB werden automatisch angepasst.
 
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Ich habe die Temperatur jetzt mit einem 135W Heizstab unter Kontrolle gebracht. Das erscheint mir besser als die Heitzmatten. Damit habe ich jetzt nachts auf 19,5 und am Tag auf 23 Grad eingestellt. Jetzt hoffe ich, dass alles schön wächst.
 
Die Pflanzen wachsen, aber auch die neuen Blätter sehen leider nicht gut aus. Was mir auffällt, dass sie ein bisschen wie ausgefranst an den Rändern wirken. Ich habe nochmals Bilder hier angehängt. Die inzwischen gekeimten Baccatums werde ich aus Vorsicht jedoch an einem anderen Platz nicht im Keller behalten und auch andere Erde nutzen.

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Ich habe eine stark betroffene Pflanze aus dem Topf geholt, um die Wurzel anzuschauen. Das Netz vom Jiffie scheint hier nicht gestört zu haben. Heute oder morgen sollte noch ein Makroobjektiv für die Handykamera kommen, wovon ich mir bessere Bilder verspreche, um eventuelle Schädlinge aufzuspüren.
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Inzwischen habe ich noch Bilder mit einem Makroobjektiv gemacht. Dabei habe ich aber keine Schädlinge entdecken können. Auch kommen neue Blätter schon mit dieser komischen Färbung und scheinen dann aber ganz normal zu wachsen.
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ich bin nun wirklich stark am Überlegen, ob ich die Pflanzen nicht einfach entsorgen soll. Die ganze Sache macht mir auf jeden Fall überhaupt kein gutes Gefühl.
 
Es sind ja mehrere Pflanzen befallen. Die Verbesserung der Bedingungen hat daran nichts geändert. Neue Blätter werden genauso. Dann bleiben nicht mehr viele Möglichkeiten. Entweder sind es Sorten, die zu einer Panaschierung neigen (harmlos), blattminierende Schädlinge (sieht aber eigentlich anders aus) oder eine Viruserkrankung.
 
Das mit der Panaschierung würde ich ausschließen, denn es sind auch genau die Sorten betroffen, die letztes Jahr vom gleichen Saatgut ganz normal aussehende Pflanzen hervorgebracht haben. Bei einem Virus wäre es wohl das sinnvollste alle betroffenen Pflanzen zu entsorgen, das Growzelt desinfizieren mit einem Dapfstrahler oder Isopropanol und danach die verbleibenden 5 Pflanzen wieder einziehen zu lassen; sehe ich das so richtig?
 
Die betroffenen Pflanzen würde ich aus der Growbox entfernen. Eine Virusinfektion lässt sich nicht ausschließen. Genau sagen was es ist, kann man wahrscheinlich erst nach einer Laboruntersuchung, was sich bei den paar Pflanzen ganz sicher nicht lohnt.

Mit einem Dampfstrahler wäre ich vorsichtig, denn der könnte vielleicht die Folie beschädigen. Die hält eventuell die Hitze nicht aus Mit einem Desinfektionsmittel abwischen geht aber bestimmt. Aber auch da würde ich es an einer unauffälligen Ecke vorher ausprobieren. Werkzeuge, die du an den Pflanzen benutzt hast, sollten vorsichtshalber auch desinfiziert werden.
 
Danke für die Tipps; so werde ich es machen. Die verbleibenden 5 Chinense würde ich gerne in mein anderes Growzelt stellen, wo die anderen Chili stehen, aber irgendwie hab ich Angst davor :)
Das Zelt im Keller soll dann im späteren Frühling für die Ganzjahresanzucht wieder in Betrieb genommen werden. Letztendlich lohnt sich da auch das 140W Licht (wenn auch gedimmt) nicht für die 5 Pflanzen. Wahrscheinlihc warte ich noch ein bis zwei Wochen ab und schau, wie die 5 dann aussehen und stelle sie dann hoch.
 
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