Whisky Geschichten

Wie gesagt, ich war im Edeka. Das ist zwar kein Discounter aber normalerweise auch kein Abzocker. Die hatten beim Edeka auch den Ardmore Portwood Finish, diverse Talisker und Bowmore und den Bunnahabhain zu eigentlich mnarktüblichen Preisen. Das mit dem Balvenie muss entweder ein Ausreißer sein oder der ist allgemein wirklich teuer geworden. Die aktuelle Flasche hatte ich für etwa 65€ gekauft, die davor für knapp unter 60€. Eine dritte wird es bei dem Preislevel wohl eher nicht geben. :D
 
Es gibt wohl eine irrsinnige Abzocke in dem Bereich momentan.
Das läuft schon seit einigen Jahren so und ist für mich nicht mehr mit den üblichen Preiserhöhungen (Löhne, Energie pp.) erklärbar. Aber: Der Whisk(e)y-Markt hat sich m. E. in den letzten Jahren aus seinem ehemaligen Nischendasein befreit und mittlerweile etabliert. Dies insbesondere auch bei schon immer hochwertigeren Sorten, die früher nur gelegentlich gekauft wurden. Dass die Destillen da auf einmal Morgenluft wittern und die Preise anziehen, ist nicht verwunderlich und der (Zwischen)Handel hält natürlich zusätzlich die Hände auf.
 
Ja momentan sind die Preise irre - ich beobachte das ja nun schon sehr lange - was da teilweise verlangt wird ist für nicht nicht mehr akzeptabel - aber seit 30 Jahren gehen die Preise befasst nur nach oben - Korrekturen nach unten sehr selten
 
Dass die Destillen da auf einmal Morgenluft wittern und die Preise anziehen, ist nicht verwunderlich und der (Zwischen)Handel hält natürlich zusätzlich die Hände auf.
Die Destillen sind gar nicht die Hauptschuldigen, zumindest nicht in den USA. Ich kenne Leute mit Beziehungen direkt zu den Destillen der höchstwertigsten Whiskeys. Die kriegen den Destillen-Preis. Der ist so lächerlich niedrig im Vergleich zu dem, was dann im nächsten Schritt verlangt wird. Das ist oft das 10fache und mehr bei Sachen wie Pappy van Winkle usw.

Wenn ich mir den doch relativ normalen George Dickel 12 ansehe, der kostet in den USA im Versand immer noch unter $40 für 1,75 Liter (!), hier wenn überhaupt ca. € 100 und mehr für 0,7 Liter. Ist klar, wer den Reibach macht.
 
Ich habe mich verleiten lassen, mal wieder einen Bourbon zu verkosten - vermutlich gebe ich zuwenig Geld aus für Bourbons - aber ich weiss nicht was ich nach einem Glass damit machen soll - alles Geschmackssache....

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Ich habe mich verleiten lassen, mal wieder einen Bourbon zu verkosten - vermutlich gebe ich zuwenig Geld aus für Bourbons - aber ich weiss nicht was ich nach einem Glass damit machen soll - alles Geschmackssache....
Der Buffalo Trace ist ok, mehr nicht.

Wenn es mal wieder George Dickel No. 12 zu einem vernünftigen Preis geben sollte, nimm den.

Oder probier mal einen Rye. Erstaunlicherweise ist sogar der Jack Daniel's Rye sehr gut für den Preis - verursacht kein Loch im Geldbeutel.

Ein weiterer ganz guter normaler Bourbon ist der Eagle Rare 10 years. Nicht Topklasse, aber der Einstieg in bessere Bourbons. Basil Hayden ist oft auch ganz gut - schwankt aber leider ziemlich nach Abfülljahr. Geht von "viel besser als der Preis" bis so-so. Das nur mal die günstigeren Whiskeys.

Bei den Teuren hilft viel Lesen oder einen echten Bourbon-Freund fragen. Und man sollte den eigenen Geschmack erwähnen - ist so ähnlich wie mit den rauchigen, "peaty" Scotch z.B., die ja auch nicht jeder mag. Ich mag die sehr milden Bourbons (auf der Zunge und vor allem im Gaumen), andere bevorzugen die "eckigen", "rassen". Rye ist meist etwas "rasser", aber bei dem gehört das so.
 
Hallo Werner

Bisher hat mir noch keiner der wenigen Bourbons zugesagt, die ich verkostet habe. Habe vermutlich noch keinen guten probiert,

Ich bin halt der absolute Scotch Fan, habe davon sehr viele im Haus und stehe auch auf Laphroaig, gerne auch in Fasstärke - gibt es ja wieder in DE - wenn auch meist zu Mondpreisen. Muss aber nicht immer Laphroaig sein. Von den schottischen kenne ich sehr sehr viele.
 
Wenn Scotch, dann von den günstigeren auch Laphroiag oder Ardbeg. Ich hatte auch mal eine exzessive Scotch-Phase.

Aber ich habe die feineren Bourbons/Tennessee/Ryes wiederentdeckt. Schade ist, daß die guten US-Whiskeys hier immer teurer werden. Ich kaufe die deshalb selten hier - entweder selber "drüben", kriege sie mitgebracht oder auch mal aus PX/Commissary.

Außerdem ist es immer mehr so, daß man Beziehungen braucht, um überhaupt an manche edlen Tropfen ranzukommen - zumindest zu einem vernünftigen Preis. So kostet ein Pappy van Winkle z.B. locker das 10fache, wenn er die Distille verlassen hat. Aber es gibt Leute, die ihn zum Distillenpreis bekommen. Gut 4-stellig ist der sicher nicht wert. Trifft auch auf einige andere zu.

Bei Port Ellen konnte man das ja auch verfolgen, als der immer astronomischer wurde, nach der Schließung. Und es gibt ja auch andere Scotch Whiskies, an die man nur über Vitamin B zu passablen Preisen rankommt. Aber ich bin inzwischen bei 100$/€ normalerweise raus - denn da drüber zahlt man sehr viel für wenig Steigerung.
 
Ich stimme dir in allen Punkte zu - 100 EUR ist auch meine Schmerzgrenze., ich habe einige, die ich geschenkt/vererbt bekam und die extrem teuer gehandelt werden (wenn überhaupt noch verfügbar) - da traut sich doch niemand die zu öffnen - andererseits was machen Erben irgendwann damit ?

Ich hatte 2004 mal die Gelegenheit einen 25 jährigen Bowmore zu verkosten - der kostetet damals 250 Euro die Flasche - war die Wucht.

Port Ellen ist ein Paradebeispiel - irgendwann ca 1980 haben die zugemahct weil keiner den Whisky mehr wollte - Verschwörungsgeschichten danach und immer wieder ein letztes Fass - und die Preise explodieren.... Marketing ole !

Ich hatte den Lagavulin "für mich entdeckt" Mitte der 90er - damals 33 DM die Flasche - heute sind wir bei ungefähr 66 Euro.

Ich habe noch Flaschen vom Laphroaig in Fassstärke Batch 1, 2, 3 und eine aus der Zeit davor - wenn du mal im Saarland sein sollteste, komm vorbei, dann würde ich Flaschen öffnen.

Das Problem bei den Flaschen die seit 20 Jahren und mehr im Regal stehen, ist dass du den Korken zerbröselst beim Öffnen, dann umgiessen must in eine Karaffe, absieben und umfüllen in die Orignalflasche, dann nicht mehr den passenden neuen Korken findest und das Zeugs umgehend trinken soltest - damit es nicht durch Sauerstoffeinwirkung schlechter wird - aber das ist bekannt.
 
Der (derzeit) einzige Bourbon, den ich hab, ist leider nicht gut. Mal gucken, ob die Golden Limon das rausreißen kann..
So einen Versuch find ich auf jeden Fall gut! Wenn er denn dadurch aufgewertet wird, um so besser!:thumbsup:

Ich habe irgenwann mal den Gentleman Jack’s Bourbon geschenkt bekommen. Den fand ich gar nicht mal so schlecht, aber meine Lieblinge bleiben nach wie vor die mild/fruchtigen aus Schottland! Natürlich alles Geschmackssache! Mit "peated" braucht mir persönlich z. B. keiner kommen!;)
 
Noch ein paar Bourbons, wenn wir schon beim Thema sind. Ein sehr preisWERTER Bourbon ist der Woodford Reserve Double Oaked. Ebenso empfehlenswert für den relativ niedrigen Preis sind einige Inkarnationen des Knob Creek Small Batch. Preis steigt logischerweise mit dem Alter, bei 12 Jahren wird er ordentlich teuer.

Ganz grauenhaft dagegen fand ich persönlich den Buck Bourbon. Für den gerne mal 50 bis über 60€ abgerufen werden. Da ist ein Supermarkt Jack besser, IMHO. Völlig überteuertes Zeug. Gute Idee, den muss ich mal "chilirieren". Wobei ich da stark aromatische Habaneros bevorzuge und lange Liegezeiten >6 Monate.

Der Bulleit ist auch nix Kaufenswertes, finde ich. Nicht mal der Rye von denen blieb irgendwie im Gedächtnis.
 
Das Problem bei den Flaschen die seit 20 Jahren und mehr im Regal stehen, ist dass du den Korken zerbröselst beim Öffnen
Mit Whiskey kenne ich mich gar nicht aus. Vielleicht sollte man die Flaschen wie Rotwein lagern. Rotweinflaschen lagert man grundsätzlich liegend und dreht sie gelegentlich mal. Dann trocknet der Korken nicht aus. Bei Wein hält der Korken dann länger. Temperaturschwankungen sollte man auch so gut wie möglich vermeiden. Wenn man die Flaschen sehr lange lagern möchte, bietet sich eine Versiegelung des Korkens mit Wachs an. Wir haben in den 2010er Jahren noch Brunello di Montalcino der Jahrgänge 1979 und 1988 getrunken, der bei uns im Keller vernünftig und vor allem liegend gelagert wurde. Bei den meisten Flaschen war auch noch der Korken völlig in Ordnung.
 
Weinkorken und Whiskykorken sind völlig unterschiedlich, weshalb man Wisky nicht liegend lagern darf. Weinkorken sind wesentlich dichter.. Weinkorken ziehst du auf und dann wird die Flasche in der Regel geleert. Offener Wein hält sich nicht sehr lange. Wiskyflaschen die geöffnet sind werden meist nicht am gleichen Tage geleert - Ausnahme Verkostungen in grösserem Kreis. Deshalb muss der Wiskykorken mehrmals wieder geschlossen und geöffnet werden. Er sitzt also lange nicht so fest wie beim Wein - liegend würden die Whiskies also auslaufen.

Ein geöffneter Whiske sollte auch innerhalb einiger Monate geleer werden, er verliert auch durch Reaktion mit Sauerstoff an Geschmack. Bei extrem teurer Whiskies kann man Glaskugeln in die Flasche geben, sodass kein Sauerstoff drin ist. Aber das habe ich nur mal gelesen, noch bei niemandem gesehen.
 
Mein Mann hatte bisher nur 2 Flaschen Scotch, die ihm gekippt sind. Und die waren deutlich länger als 5 Jahre offen und zum Zeitpunkt des Kippens war nur noch ein Noagerl drin, also Grössenordnung 50-60 mL. Ich trink meine schneller aus :cool:
Fakt ist aber, daß sich Whisky verändert nach dem Öffnen, deswegen beurteile ich Whisky auch nie direkt nach dem Öffnen, immer erst 1 Tag später.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte einen 18 Jahre alten Maccallen auch mal einige Jahre auf - der wurde schwächer mit der Zeit aber kippte nicht wirklich um. Umkippen passiert auch nach meiner Erfahrung (und die ist in dieser Sache beträchtlich) erst wenn wirklich nur noch wenig drin ist. Ich trinke Whisky auch viel zu schnell aus.

Ich hatte auch schon einige Sorten, die ich direkt nach dem Öffnen als mies eingeschätzt hatte und nach einem Monat dann durchaus trinkbar. Gerade die etwas sprittigen Aromen direkt nach dem Öffnen verbessern sich.

Und dass die gleiche Sorte immer gleich schmeckt ist auch absolut nicht gegeben. Es sind halt auch bei Single Malts immer mehrere Fässer die gemischt werden um ein vergleichbares Aroma zu erzielen, aber das hat Schwankungen, die man aber nur bemerk bei Sorten, die man oft kauft.

Und Single Cask Whiskies sind Überrachungspakete - ich mag die nicht so, denn findet man einen der einem richtig gut zusagt, kann man ihn kaum nachkaufen.
 
Ja, mir geht es so ähnlich. Wirklich gekippt ist mir noch keiner. Aber "lätschert" geworden - also Alk und etwas Aroma verloren. Aber sauschlecht geworden wie Wein ist mir noch keiner.
 
Nur einfach mal so!;)
Habe ich vor etlichen Jahren geschenkt bekommen, es hängt auf unserer Terrasse und ist schon etwas verblichen.
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Ich bin übrigens immer noch auf dem Weg und genieße die Zeit!😎
 
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