Alles über Bastarde: Tipps, gute und schlechte Erfahrungen

el_Habanerito

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Hallo,

ich baue dieses Jahr zum 5. Mal Chilis hobbymäßig und maximal semi-professionell an.

Es ist das dritte Jahr in meiner neuen Wohnung und ich habe mit mit 27 Pflanzen einen kleinen grünen Wald auf dem Balkon geschaffen:

Scotch Bonnet (bereits aus Samen vom Kollegen), Jalapeno, Cayenne, Habanero in verschiedenen Sorten, Tabasco, Anaheim, Trinidad Moruga Scorpion.

Alle Pflanzen haben wunderbar geblüht.

Zufrieden mit dem zu erwartenden Ertrag für meine widrigen Verhältnisse bin ich bislang mit: Scotch Bonnet, Cayenne, Jalapeno. Die eine Pflanze Anaheim ist nicht spektakulär aber OK.

Habanero und Trinidad Moruga Scorpion sehr enttäuschend, nur sehr wenige und sehr kleine früchte. Tabasco auch bislang enttäuschend, kommt aber jetzt so langsam.

Es würde mich reizen, Samen von denjenigen Sorten, die ich vermutlich rot/gelb ernten werden kann, nächstes Jahr wieder zu verwenden.

Das wären in erster Linie Scotch Bonnet und Cayenne, ggf. auch Jalapeno.

Nächstes Jahr werde ich etwas früher mit der Anzucht anfangen (als wie dieses Jahr Ende Februar), besonders mit den Chinense.

Die spannende Frage für mich ist:

Was kann ich von möglichen Bastarden im nächsten Jahr erwarten? Alles ist auf sehr engem Raum gemischt gewachsen.

Ist das so wie mit Forrest Gumps Pralinenschachtel?

Gerne auch generelle Bastard-Themen in diesem Thread.

Erfahrungen, Empfehlungen etc.

Und jeder kann hier seine kleinen Bastarde vorstellen. :)

Natürlich werde ich mir nächstes Jahr überwiegend reine Samen kaufen und anziehen. Aber es reizt mich schon zu experimentieren.
 
Moin @el_Habanerito, das ist tatsächlich eine ziemlich spannende Pralinenschachtel. Gerade wenn die Pflanzen so dicht beieinander stehen, kann theoretisch einiges zusammenkommen.

Wichtig ist aber: Nur weil die Pflanzen nebeneinander stehen, gibt es nicht automatisch eine Kreuzung. Wenn’s dann dennoch geklappt hat, dann wird’s richtig interessant wird es bei den Pflanzen im nächsten Jahr aus den Samen der jetzigen Beeren.

Bei deinen Sorten würde ich allerdings etwas unterscheiden: C. annuum (Jalapeño, Cayenne, Anaheim) lässt sich untereinander relativ gut verkreuzen. Bei deinen C. chinense (Habanero, Scotch Bonnet, Trinidad Moruga) sind ebenfalls Kreuzungen möglich, aber auch hier ist nicht jede Kombination automatisch erfolgreich. Zwischen den verschiedenen Capsicum-Arten kann es dann deutlich komplizierter werden.

Wenn du also nächstes Jahr Samen von deinen Scotch Bonnet oder Cayenne aussäst, würde ich einfach mal ein paar Pflanzen unter der Bezeichnung „möglicher Bastard“ laufen lassen. 😄 Gerade die F1 kann schon interessant sein, aber man sollte nicht erwarten, dass das gewünschte Merkmal oder überhaupt ein sichtbares Merkmal direkt in der einen Pflanze nächstes Jahr sichtbar ist. Bei der nächsten Generation kann es ordentlich aufspalten – Fruchtform, Farbe, Schärfe, Wuchs usw. können sich teilweise ziemlich unterschiedlich zeigen. Man bräuchte für eine Zucht oder Stabilisierung wesentlich mehr Pflanzen.

Wenn du Lust auf ein kleines Experiment hast, würde ich die Pflanzen wirklich einzeln dokumentieren: Mutterpflanze, vermutete Vatersorten in der Umgebung, Fruchtform/Farbe und später die Eigenschaften der Nachkommen. Dann weißt du nach ein paar Generationen wenigstens noch, was du da eigentlich selektierst, 😄🌶️
solltest du weitermachen wollen.

Und genau das finde ich an solchen „zufälligen“ Bastarden eigentlich am interessantesten: Man weiß vorher nicht, was aus der Pralinenschachtel kommt. Nur würde ich die Samen entsprechend nicht als sortenrein weitergeben, sondern klar als mögliche Kreuzung/F2 bzw. unbekannte Abstammung kennzeichnen.

Bin gespannt, was bei deinem Balkon-Wald nächstes Jahr so alles auftaucht!
 
@sparx
Vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag.
Ja, so in etwa hatte ich das ursprünglich vor:

Die möglichen Bastarde am Schild klar zu kennzeichnen.
Und auch nicht einfach als reine Sorte weiterzugeben.

Momentan habe ich noch nicht die Interntion, ein seriöser Züchter zu werden. :)

Aber mal beobachten, wie sich das die Jahre über entwickeln kann, das wäre interessant.

Man findet im Netz bestimmt auch Tipps, wie man am Besten dokumentiert.
 
Man findet im Netz bestimmt auch Tipps, wie man am Besten dokumentiert.
Frag einfach mal die KI deines Vertrauens dazu. Ansonsten ist das einfachste Vorgehen:

Mutter x Vater Generation bspw. Jala x Anaheim F1

Nur damit keine Verwirrung entsteht: die Mutter ist die Pflanze an der das Kind wächst. Der Vater hat nur seinen Pollen abgeworfen 😅.
 
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