Einen wunderschönen guten Abend und allerseits ein frohes neues Jahr
Nach langer Zeit von heimlichen Besuchen hier, diversen Recherchen und einem ziemlich genervten Ehemann fand ich, dass es doch ein guter Start ins neue Jahr ist den später folgenden Austausch über dieses faszinierende, entspannte, Haare-raufende, mit Erfolg und Misserfolg gekrönte Hobby auf eine neue Stufe zu setzen, wahlweise mit Menschen zu kommunizieren, denen dasselbe Thema am Herzen liegt.
Was klein und unscheinbar anfing, geht inzwischen in die zweite feate Session mit mehr Erfahrung und Korrektur von kleinen Fehlern, Unvorsichtigkeiten und ehemals Unbekannten.
Vor 8 Jahren habe ich von meinem Schwiegervater eine hübsche kleine Chilipflanze bekommen. Nach nicht mal 6 Monaten ist sie zum Schenker zurück, da unsere damaligen Katzen fanden, dass Früchte und auch Blätter eine vorzügliche Nahrungsergänzung seien. Sie haben diese Nascherei übrigens überlebt und waren später auf nahezu jeder meiner Gemüsepflanzen "scharf".
Das war mein erster, kurzer aber spannender Ausflug in die Chiliwelt.
Also, besagte Pflanze, von der ich noch weiss, dass sie einer Penguin ähnlich sah, wuchs prachtvoll beim Schwiegervater, ging nach 3 Jahren allerdings ein.
Der Chilivorrat vom gerne scharfessendem Schwiegervater ging 2022 dann dem Ende zu. Im 2023 zum Umzug ins Eigenheim gab es im Frühjahr '23 als Geschenk vom Schwiegervater dann wieder eine Chilipflanze, die bei ihm zu viel Platz brauchte - eine orange Habanero.
Der Sommer-Stammplatz ward schnell gefunden: auf dem überdimensionalen Terassetisch, sehr zum Verdruss meines Mannes, aber dennoch akzeptiert, da auch er gern scharf isst... Die Ernten 2023 & 2024 klappten, allerdings liess die Schärfe aus mir damals unbekannten Gründen zu wünschenübrig. Inzwischen ist mir klar was ich alles falsch gemacht habe: Wasserhaushalt und auch Düngung waren im totalen Missverhältnis zu einander... Von falschem NPK-Verhältnis mal abgesehen
Die Überwinterung 2024/25 ging dann schief, so dass ich mich vergangenes Frühjahr auf die Suche nach
hust EINER
hust neuen Chilipflanze begab
Zitat meines Mannes "Und damit begann das Unglück"
Als erstes zog eine kleine, unscheinbare, mickrige
Lemon Drop Anfang März '25 vom Baumarkt nebenan ein.
In meinem Lieblings-Bauernladen um die Ecke fand ich dann für kleinen Franken zwei Gorrias (huii, das klang bei rascher, grober Googlesuche nach einem tollen Langzeitprojekt für nach der Ernte), bei einem der nächsten Besuche im Baumarkt ums Eck fand meine Tochter "Mama, DIE Pflanze muss mit" -> "Hot Yellow Chili" mein bisher konstantes "wtf ist das für eine Chili?", weil scharf wie Habanero, ertragreich wie ein guter Mirabellenbaum und wachstumsfreudig wie Unkraut.
Aus eigener Anzucht wuchsen eine Chimayo, sowie zwei Topfpaprika "
Kobold".
Gorrias,
Kobold und Chimayo standen im freistehenden, frisch angelegten Hochbeet (4 Europaletten, Marke Eigenbau) neben Auberginen, Cherrytomaten und Pastinaken, während
Lemon Drop und Hot Yellow Chili in Töpfen unter Dach auf Terasse standen.
Tägliches Tränken, bei Hitze gar zweimal, einmal wöchentliche Düngergabe. Ihr kennt das Spiel ja
Oh, und dann hatte dieser komische Discounter mit gelben Logo vor der Tür, bei praller Hitze (!!!) eine armselige, Blätter hängende
Cayenne im Juli stehen gehabt. Mein Herz blutete, ergo fand das nächste Pflänzlein einen Platz im Einkaufswagen. Was hätte ich machen sollen ¯\
(ツ)/¯
Auch die
Cayenne fand im Hochbeet noch einen Platz (und trug sogar noch 6 Früchte bis Mitte September)
Item, alle Chilis haben eine sehr gute Ernte gebracht.
Die Hot Yellow Chili hat mit über 800g direkt einen Rekord aufgestellt.
Verarbeitung lief einfacher als zunächst gedacht.
Es gab eine Menge Chilipaste, da auch die Bäuerin meines Vertrauens immer noch unverkäufliche Paprikas mit in die Kiste legte
Dann gab es Sweet-Thai, die auch für weniger-scharf-Esser geeignet war/ist
Chili-Salz
Mein aktueller Stand zur Überwinterung 25/26 (je einmal):
- Chimayo
- Hot Yellow Chili (schon zum zweiten Mal den Winter tragend)
- Gorria (Blüten ja, Früchte nein)
- Cayenne
- Lemon Drop (immer wieder mit Blüten und Früchten)
Mit Ausnahme der Chimayo sind alle in 35'er Töpfen; ich bin glücklich über ein grosses Fenster ohne Fensterbank - ein 4x2 Kallax dient als Abstellplatz für 4 Pflanzen.
Lemon Drop steht auf dem Boden daneben, da diese viel zu hoch ist
Aussaattest Charapita mit Basilikumsamen.
Noch in Planung zur Aussaat '26 für die nächsten drei Tage:
(Superhot für einige unserer Kollegen "du hast von uns den grünen Daumen!")
Nach den Erfahrungen 2025 bin ich realistisch und hoffe auf je eine erfolgreiche Anzucht. Platz für überschüssige Pflanzen habe ich allerdings bereits organisiert, noch bevor mein Mann stöhnt.
So viel zu meinen Anfängererfahrungen bisher.
Ich selber lebe in der Schweiz, bin eine glücklich verheiratete ü40 Mama eines tollen Kindes, das sich hier und da auch um meine Chilis bemüht (in Wahrheit spielt es einfach gerne mit dem Wasserschlauch "Regenbogenmaschine")
Für die aktuelle Session 2026 hat mein Mann mich bereits versucht zu norden mit "komm nicht wieder auf die Idee in dem "Gewächshaus" eine Kerze zu zünden um die Nachttemperaturen entgegenzuwirken" oder "meinst du nicht, dass die aktuell 5 Pflanzen reichen?" Oder "ich möchte mich auf Terrasse wieder bewegen können"...
Ach übrigens, letzten Herbst ist meine beste Freundin direkt nebenan eingezogen und auch sie hat einen Gartenflair und liebt Chilis.....