Nachtrag: zu Pulver gemahlen oder optional fein gehackt zu Wildfleisch erlebt man das Aroma der Gorria viel besser
Dafür ist die
Gorria auch gedacht. Nennt sich "Piment d'Espelette" und ist eine frz. Spezialität. Die man durch schonendes Trocknen auch selber gut herstellen kann. Mache ich seit Jahren. Einfach so verspeist sind Gorrias m.E. bestenfalls mittelmässig.
Ich habe tatsächlich das "Glück" , dass unser Eigenheim unglaublich trocken ist und wir im Winter eher zusätzlich befeuchten müssen.
Sorry, aber kein Heim in D ist - ausser vielleicht an ein paar ganz wenigen heißen Sommertagen - so trocken, daß es für die
Gorria wirklich sicher reicht. Dazu brauchst Du relativ hohe Temperaturen (am besten ca. 23-35° max.) plus niedrige Luftfeuchte. Kauf Dir einen passablen Hygrometer - am besten mit Aufzeichungsmöglichkeit, wenn Du das öfter vorhast. Du solltest nie über 60% Luftfeuchte kommen, besser um die 50% oder tiefer bleiben. Viel zu wenig Luftfeuchte ist nicht gut für's Aroma, genauso wie zu hohe Temperaturen. Meine Erfahrung ist daß das beste Pulver auf dem Dörrex mit ca. 30° C entsteht bei langer Trocknung. Dann ist das Pulver nachher ein Gedicht. Schon bei 40-50° C ist es nicht mal halb so gut. Ausprobiert habe ich auch Lufttrocknung im Spätsommer bei hohen Temperaturen (über 27° C tagsüber) auf meinem verglasten Balkon. Nicht in der Sonne! Das hat 1x geklappt, 2 oder 3x sind mir die Gorrias trotz Aufschneiden in Viertel angeschimmelt. Also nicht empfehlenswert. Auch wenn man nicht auf jeder
Gorria Schimmel sieht, kann man davon ausgehen, daß der Schimmelpilz trotzdem drin ist. Will man nicht.
Sonnen-trocknen ruiniert auch den Geschmack bei der
Gorria, auch wenn das bei anderen Chilis gut geht (z.B. Thai Chilis). Aber Letztere haben auch nicht so ein feines Aroma. Ich würde nur offen trocknen, wenn eine Luftfeuchte von ca. 40-55% während des ganzen Trockenvorgangs bleibt. Über 60% Schimmel, unter 40% definitiv über längere Zeit Aromaverlust.
Alle meine Früchte sind luftgetrocknet und knochentrocken; die ein oder andere ist so trocken, dass die Samen sich in der Schale von der Plazenta gelöst haben.
"Knochentrocken" sind sie nur, wenn sie schon brechen. Und wenn sie bei steigender Luftfeuchte nicht wieder gummiartig oder gar matschig geworden sind.
Mit offenen Gläsern habe ich schlechte Erfahrungen gemacht - im wahrsten Sinne des Wortes: rund 100g mussten wegen Schimmel in die Tonne
Was wiederum darauf hindeutet, daß Deine Wohnung nicht so unglaublich trocken ist wie angenommen.
Ein Arbeitskollege hat mich darauf gebracht, besonders bei dickerem Fruchtfleisch, die Chilis am Stiel auf einem dünnen Metalldraht aufzuziehen und die Fruchthülle mit Schaschlikspiessen einzustechen. Er hat damit guten Erfolg beim Trocknen; ich habe es bisher noch nicht getestet, da derzeit keine dickwandigen Früchte verfügbar sind.
Würde ich in Südfrankreich oder Spanien machen, aber nicht in D. Wie gesagt, auch Schimmel, den man nicht sieht, ist weder appetitlich noch besonders gesund und auch nicht gut für den feinen Geschmack. Und auch wenn es hin und wieder ohne großen Befall klappt ... ich würde das bestenfalls bei durchgehend passenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit machen. Etliche Stunden mit über 60% Luftfeuchte reichen schon für Schimmel. Been there, done that. (Ist mir passiert, als ich schon drauf und dran war, die m.E. fast knochentrockenen Chilis zu pulverisieren. Noch 2 Tage liegengelassen, Regenwetter draußen, Schimmel.
Wie gesagt - sichere Methode oben beschrieben. Oder Abstriche beim Aroma machen und bei höheren Temps im Backofen oder auf schlecht regulierbaren Trockengeräten auslegen. Alles andere ist Glückssache und geht oft schief.