Chili Fred
Baccatum-Verschnurbsler
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Boa tarde liebe Auswander-/Aussteiger-Interessierte 
da ich persönlich von @mph und in meinem eigenen Anbaufaden gefragt wurde, ob ich einen extra Beitrag zum Thema 'Auswandern und Aussteigen in Portugal' erstellen möchte, werde ich dieser Bitte und dem bekundeten Interesse hiermit nachkommen.

Vorgeschichte
Ich bin schon seit Kindesalter ein sehr naturverbundener Mensch und es hat mich schon immer raus in die Natur und Wald gezogen. Meine ganze Familie, von den Großeltern angefangen, war ihr Leben lang Dauercamper und somit bin ich sozusagen auf einem Zeltplatz aufgewachsen.
Viele Jahre in der Großstadt lebend und aufgrund meines Jobs hatte ich allerdings lange nicht die Möglichkeit, meiner inneren Verbindung nachzukommen und konnte nur noch selten die Ruhe und Schönheit der Natur genießen.
In den letzten 10-15 Jahren war ich wieder vermehrt in der Natur unterwegs, war viel wandern, Pilze und Wildkräuter sammeln, Tiere beobachten und habe oft einfach in meiner Hängematte oder unter meinem Tarp im Wald übernachtet.



️
Die Idee
Aufgrund vieler persönlicher, wirtschaftlicher, beruflicher und politischer Umstände, wie z.B. die Trennung von der Mutter meiner Tochter, arbeitsmäßiger Überarbeitung und damit verbundenen Burnout und anschließenden psychischen Problemen, die allgemeine politische Lage in Deutschland, um nur einige Gründe zu nennen, wollte ich mein Leben radikal ändern und habe wirklich sehr lange nach einer Alternative zu meinem bisherigen Leben gesucht.
Bei meiner Recherche bin ich dann 2017 durch eine Meldung in den Medien aufmerksam geworden, wo es um einen riesigen Waldbrand in Central-Portugal ging. In diesem Bericht wurde auch erwähnt, daß viele Grundstücke von deutschen Auswanderern betroffen waren, was mich aufhorchen ließ und einer weiteren Recherche bedurfte.
Die ersten Informationen erlangte ich über ein Portugal-Forum und konnte somit weiter recherchieren. Ich bin dann bei meiner weiteren Suche auf Videos auf YouTube gestoßen, wo bereits einige Auswanderer/Aussteiger über ihr Leben in Portugal berichteten.
Ich habe mich dann mit einigen von diesen Youtubern in Verbindung gesetzt, um weitere Informationen zu diesem Thema zu erhalten.
Wie bereits aus dem obigen Text zu entnehmen ist, kam für mich aber kein 'normales Auswandern' in Frage und habe mich nach alternativeren Möglichkeiten umgesehen.
Über Immobilienportale bin ich dann auch schnell auf einige in Frage kommende und günstige OffGrid-Grundstücke gestoßen und war dann 2018 das erste mal hier, um mir einige von Diesen anzuschauen.
Somit war meine Entscheidung getroffen, der erste Grundstein gelegt und es fehlten nun nur noch die finanziellen Mittel, mein Vorhaben zu bewerkstelligen.
Aufgrund persönlicher, finanzieller und ab '20 beginnenden politischen
Probleme, verzögerte sich dann die ganze Sache um einige Jahre.
2022 hatte ich dann die finanziellen Mittel soweit zusammen, verkaufte mein ganzes Hab und Gut, kaufte mir einen bereits in die Jahre gekommenen Fiat Ducato, baute diesen in Eigenregie aus und startete meine Reise.

Auch wegen meiner Dauercamperkarriere hatte ich nie wirklich die Möglichkeit und die finanziellen Mittel auf Reisen gehen zu können. Daher hatte ich beschlossen, auf dem Weg nach Portugal mir noch ein paar andere Länder anzuschauen, um mir ein paar Eindrücke über andere Kulturen zu verschaffen.
Ich bin dann fast 2 Jahre durch Österreich, Italien, Frankreich und Spanien gereist, um dann endgültig in Portugal anzukommen.
Wie bereits erwähnt...
Soo, nun nach der laaangen Vorrede, damit ihr auch meine Hintergründe versteht, möchte ich nun auf speziellere Themen eingehen, auf einige bin ich ja bereits in meinen Anbaufaden eingegangen, und werde versuchen mich etwas kürzer zu halten. Wenn weitere Fragen zu einigen Themen auftauchen sollten, kann ich dann ja nochmal genauer darauf eingehen.
Finanzierung
Die ersten Jahre habe ich von meinen Ersparnissen gelebt und da ich diese aber nicht komplett für meinen, hier in Portugal doch recht teuren, Lebensunterhalt aufbrauchen möchte, versuche ich mich mit gelegentlichen Jobs
, House- und Petsitting 


, selbstgebastelten Dingen
oder momentan mit dem Verkauf von Jungpflanzen
oder einem Teil der Ernte 


über Wasser zu halten.
Anbaubedingungen
Zu den gegebenen Anzuchtbedingungen bin ich ja bereits schon in meinem ersten Beitrag in meinem Anbaufaden eingegangen.
Nachdem jetzt einiges an Saatgut mehr oder weniger gut gekeimt ist, wachsen die Pflanzen doch recht gut in dem südlichen Klima und unter der teils erbarmungslosen Sonne und konnte mittlerweile schon einiges ernten, verarbeiten und konservieren, um mich zumindest ein wenig selber zu versorgen.
Viele Dinge wie Brot, Butter, Salz und alltägliche Dinge zum Leben muss ich natürlich weiterhin im Supermarkt kaufen, aber zumindest kann ich mich mit eigenem Bio-Gemüse selber versorgen.
Kulinarisches
Ich muss zugeben, das Portugal nicht unbedingt kulinarisch das Land meiner Wahl ist, da hier sehr viel fettes Schwein, Eintöpfe mit Bohnen und Kohl und viel Geschmortes serviert wird. Aber das ist ja Geschmackssache und wer so etwas mag, wird hier sicherlich das ein oder andere leckere Gericht finden.
Die klassischen Nationnalgerichte umfassen u.a. Francesinha, Bacalhau à Brás(Stockfisch mit Ei und Kartoffeln), Caldo Verde (grüne Kohlsuppe), Carne de Porco à Alentejana (Schweinefleisch mit Muscheln), jede Menge unterschiedlicher Meeresfrüchte und die süßen Pastéis de Nata (Blätterteigtörtchen mit einer Art Puddingcreme)
Die Letzteren sind mein absoluter Favorit und werden bei jedem Stadtbesuch mit Genuss verspeist
Sonstiges
Des Weiteren möchte ich noch die unglaublich freundlichen Einheimischen erwähnen, welche manchmal etwas zurückhaltend sein können, aber dafür umso herzlicher, wenn man erstmal das Eis gebrochen hat.
Ebenso die unglaublich schönen und sehr unterschiedlichen Landschaften vom Ozean bis in die Berge, mit wundervollen Wanderwegen und atemberaubenden Ausblicken


Die je nach Jahreszeit wundervolle Natur mit ihren im Frühjahr wunderschöner Blütenpracht

und den vielen leckeren unterschiedlichen Obstsorten, wie Feigen, Orangen, Zitronen, Nesperos, Medronhos, Carobschoten und Maronen, um nur einige zu nennen.
Meine persönlich schönste Region ist die Silberküste zwischen Lissabon und Aveiro mit ihren kilometerlangen unglaublich schönen wilden und einsamen Sandstränden und direkt im 30 km entfernten Hinterland gelegenen Bergen.
Wie aus den Medien sicherlich auch sehr bekannt ist die Algarve mit ihren mega beeindruckenden Felsformationen. Allerdings ist diese Region für meinen persönlichen Geschmack etwas zu sehr bevölkert.
Wer sich aber an so etwas nicht stört, findet dort auch im Hinterland unglaubliche Orte wie z.b. Monchique im gleichnamigen Gebirge mit dem 902m ü.NN gelegenen Fóia und bei gutem Wetter atemberaubender Aussicht auf die Süd- und Westküste.
Dann gibt es noch den Alentejo mit seinen gerade im Sommer teils sehr trockenen und weitläufigen flachen Ebenen mit riesigen Korkeichenwäldern und Rinderweiden.
Weiter nördlich, in Central Portugal gelegen findet man die Serra de Estrella mit ihren wunderschönen, hoch in den Bergen gelegenen, alten Xistostein-Dörfern.
Noch weiter nördlich wird es dann immer grüner und von der Natur her im wilder werdenden Landschaften, mit dem beeindruckenden Douro-Tal.
Portugal ist ein wirklich wunderschönes und beeindruckendes Land und viel mehr als nur Lissabon, Porto oder die Algarve und es gibt hier soo viele wundervolle Gegenden zu entdecken, das es mehr als nur einen Besuch wert ist.
So liebe Forianer und Portugal-Interessierte, das soll jetzt erstmal soweit alles Wichtige gewesen sein und hoffe, das ich eure Fragen vorerst beantworten und ich euch ein paar kleine Einblicke in dieses wunderschöne Land und meiner neuen Wahlheimat vermitteln konnte.
Ich hoffe das eure Augen jetzt nicht von dem langen Text bluten.

Wenn ihr weitere Fragen, wie zb. zu klimatischen Bedingungen, Grundstückssuche oder ähnlichem haben solltet, lasst es mich gern wissen.
Viele liebe Grüße aus dem wunderschönen Portugal

Euer Fredi
da ich persönlich von @mph und in meinem eigenen Anbaufaden gefragt wurde, ob ich einen extra Beitrag zum Thema 'Auswandern und Aussteigen in Portugal' erstellen möchte, werde ich dieser Bitte und dem bekundeten Interesse hiermit nachkommen.
Vorgeschichte
Ich bin schon seit Kindesalter ein sehr naturverbundener Mensch und es hat mich schon immer raus in die Natur und Wald gezogen. Meine ganze Familie, von den Großeltern angefangen, war ihr Leben lang Dauercamper und somit bin ich sozusagen auf einem Zeltplatz aufgewachsen.
Viele Jahre in der Großstadt lebend und aufgrund meines Jobs hatte ich allerdings lange nicht die Möglichkeit, meiner inneren Verbindung nachzukommen und konnte nur noch selten die Ruhe und Schönheit der Natur genießen.
In den letzten 10-15 Jahren war ich wieder vermehrt in der Natur unterwegs, war viel wandern, Pilze und Wildkräuter sammeln, Tiere beobachten und habe oft einfach in meiner Hängematte oder unter meinem Tarp im Wald übernachtet.
Die Idee
Aufgrund vieler persönlicher, wirtschaftlicher, beruflicher und politischer Umstände, wie z.B. die Trennung von der Mutter meiner Tochter, arbeitsmäßiger Überarbeitung und damit verbundenen Burnout und anschließenden psychischen Problemen, die allgemeine politische Lage in Deutschland, um nur einige Gründe zu nennen, wollte ich mein Leben radikal ändern und habe wirklich sehr lange nach einer Alternative zu meinem bisherigen Leben gesucht.
Bei meiner Recherche bin ich dann 2017 durch eine Meldung in den Medien aufmerksam geworden, wo es um einen riesigen Waldbrand in Central-Portugal ging. In diesem Bericht wurde auch erwähnt, daß viele Grundstücke von deutschen Auswanderern betroffen waren, was mich aufhorchen ließ und einer weiteren Recherche bedurfte.
Die ersten Informationen erlangte ich über ein Portugal-Forum und konnte somit weiter recherchieren. Ich bin dann bei meiner weiteren Suche auf Videos auf YouTube gestoßen, wo bereits einige Auswanderer/Aussteiger über ihr Leben in Portugal berichteten.
Ich habe mich dann mit einigen von diesen Youtubern in Verbindung gesetzt, um weitere Informationen zu diesem Thema zu erhalten.
Wie bereits aus dem obigen Text zu entnehmen ist, kam für mich aber kein 'normales Auswandern' in Frage und habe mich nach alternativeren Möglichkeiten umgesehen.
Über Immobilienportale bin ich dann auch schnell auf einige in Frage kommende und günstige OffGrid-Grundstücke gestoßen und war dann 2018 das erste mal hier, um mir einige von Diesen anzuschauen.
Somit war meine Entscheidung getroffen, der erste Grundstein gelegt und es fehlten nun nur noch die finanziellen Mittel, mein Vorhaben zu bewerkstelligen.
Aufgrund persönlicher, finanzieller und ab '20 beginnenden politischen
2022 hatte ich dann die finanziellen Mittel soweit zusammen, verkaufte mein ganzes Hab und Gut, kaufte mir einen bereits in die Jahre gekommenen Fiat Ducato, baute diesen in Eigenregie aus und startete meine Reise.
Auch wegen meiner Dauercamperkarriere hatte ich nie wirklich die Möglichkeit und die finanziellen Mittel auf Reisen gehen zu können. Daher hatte ich beschlossen, auf dem Weg nach Portugal mir noch ein paar andere Länder anzuschauen, um mir ein paar Eindrücke über andere Kulturen zu verschaffen.
Ich bin dann fast 2 Jahre durch Österreich, Italien, Frankreich und Spanien gereist, um dann endgültig in Portugal anzukommen.
Wie bereits erwähnt...
In den vergangenen 2 Jahren habe ich viele Gegenden und Menschen hier besucht, um das Land überhaupt erst einmal kennen zu lernen. Ich wollte halt nicht den Fehler machen, wie viele andere hier, sich gleich das erste angebotene Grundstück zu kaufen, um dann nach dem ersten Winter oder Sommer festzustellen, das es doch nicht das Richtige ist.
Soo, nun nach der laaangen Vorrede, damit ihr auch meine Hintergründe versteht, möchte ich nun auf speziellere Themen eingehen, auf einige bin ich ja bereits in meinen Anbaufaden eingegangen, und werde versuchen mich etwas kürzer zu halten. Wenn weitere Fragen zu einigen Themen auftauchen sollten, kann ich dann ja nochmal genauer darauf eingehen.
Finanzierung
Die ersten Jahre habe ich von meinen Ersparnissen gelebt und da ich diese aber nicht komplett für meinen, hier in Portugal doch recht teuren, Lebensunterhalt aufbrauchen möchte, versuche ich mich mit gelegentlichen Jobs
Anbaubedingungen
Zu den gegebenen Anzuchtbedingungen bin ich ja bereits schon in meinem ersten Beitrag in meinem Anbaufaden eingegangen.
Nachdem jetzt einiges an Saatgut mehr oder weniger gut gekeimt ist, wachsen die Pflanzen doch recht gut in dem südlichen Klima und unter der teils erbarmungslosen Sonne und konnte mittlerweile schon einiges ernten, verarbeiten und konservieren, um mich zumindest ein wenig selber zu versorgen.
Viele Dinge wie Brot, Butter, Salz und alltägliche Dinge zum Leben muss ich natürlich weiterhin im Supermarkt kaufen, aber zumindest kann ich mich mit eigenem Bio-Gemüse selber versorgen.
Kulinarisches
Ich muss zugeben, das Portugal nicht unbedingt kulinarisch das Land meiner Wahl ist, da hier sehr viel fettes Schwein, Eintöpfe mit Bohnen und Kohl und viel Geschmortes serviert wird. Aber das ist ja Geschmackssache und wer so etwas mag, wird hier sicherlich das ein oder andere leckere Gericht finden.
Die klassischen Nationnalgerichte umfassen u.a. Francesinha, Bacalhau à Brás(Stockfisch mit Ei und Kartoffeln), Caldo Verde (grüne Kohlsuppe), Carne de Porco à Alentejana (Schweinefleisch mit Muscheln), jede Menge unterschiedlicher Meeresfrüchte und die süßen Pastéis de Nata (Blätterteigtörtchen mit einer Art Puddingcreme)
Die Letzteren sind mein absoluter Favorit und werden bei jedem Stadtbesuch mit Genuss verspeist
Sonstiges
Des Weiteren möchte ich noch die unglaublich freundlichen Einheimischen erwähnen, welche manchmal etwas zurückhaltend sein können, aber dafür umso herzlicher, wenn man erstmal das Eis gebrochen hat.
Ebenso die unglaublich schönen und sehr unterschiedlichen Landschaften vom Ozean bis in die Berge, mit wundervollen Wanderwegen und atemberaubenden Ausblicken
Die je nach Jahreszeit wundervolle Natur mit ihren im Frühjahr wunderschöner Blütenpracht
Meine persönlich schönste Region ist die Silberküste zwischen Lissabon und Aveiro mit ihren kilometerlangen unglaublich schönen wilden und einsamen Sandstränden und direkt im 30 km entfernten Hinterland gelegenen Bergen.
Wie aus den Medien sicherlich auch sehr bekannt ist die Algarve mit ihren mega beeindruckenden Felsformationen. Allerdings ist diese Region für meinen persönlichen Geschmack etwas zu sehr bevölkert.
Wer sich aber an so etwas nicht stört, findet dort auch im Hinterland unglaubliche Orte wie z.b. Monchique im gleichnamigen Gebirge mit dem 902m ü.NN gelegenen Fóia und bei gutem Wetter atemberaubender Aussicht auf die Süd- und Westküste.
Dann gibt es noch den Alentejo mit seinen gerade im Sommer teils sehr trockenen und weitläufigen flachen Ebenen mit riesigen Korkeichenwäldern und Rinderweiden.
Weiter nördlich, in Central Portugal gelegen findet man die Serra de Estrella mit ihren wunderschönen, hoch in den Bergen gelegenen, alten Xistostein-Dörfern.
Noch weiter nördlich wird es dann immer grüner und von der Natur her im wilder werdenden Landschaften, mit dem beeindruckenden Douro-Tal.
Portugal ist ein wirklich wunderschönes und beeindruckendes Land und viel mehr als nur Lissabon, Porto oder die Algarve und es gibt hier soo viele wundervolle Gegenden zu entdecken, das es mehr als nur einen Besuch wert ist.
So liebe Forianer und Portugal-Interessierte, das soll jetzt erstmal soweit alles Wichtige gewesen sein und hoffe, das ich eure Fragen vorerst beantworten und ich euch ein paar kleine Einblicke in dieses wunderschöne Land und meiner neuen Wahlheimat vermitteln konnte.
Ich hoffe das eure Augen jetzt nicht von dem langen Text bluten.
Wenn ihr weitere Fragen, wie zb. zu klimatischen Bedingungen, Grundstückssuche oder ähnlichem haben solltet, lasst es mich gern wissen.
Viele liebe Grüße aus dem wunderschönen Portugal
Euer Fredi

