Ja kommt Leute.
Einen habe ich noch.
Rocoto Manzano Michoacán – Die wahre Geschichte einer außergewöhnlichen Chili
Es gibt Chilisorten, die durch Zufall entstehen. Andere werden gezielt gezüchtet. Doch nur wenige tragen eine Geschichte in sich, die so menschlich, so abenteuerlich und so einzigartig ist wie jene der
Rocoto Manzano Michoacán.
Diese besondere Rocoto-Sorte hat ihren Ursprung nicht in einem Labor, nicht in einer gezielten Zuchtstation – sondern auf einem einfachen Markt irgendwo im mexikanischen Bundesstaat
Michoacán.
Ein Fund zwischen Markständen – und ein Verdacht
Ein mexikanischer Chili-Enthusiast, ein Freund von Hans Günter Ritter, entdeckte die Sorte zufällig. Zwischen all den üblichen Sorten stach ihm eine Rocoto ins Auge, die anders war: auffälliger, lebendiger, vielversprechender.
Der Händler erzählte ihm, dass die Früchte von einer
gepfropften Pflanze stammen würden. Eine ungewöhnliche Bemerkung – denn dieser Aufwand wird nur für Pflanzen betrieben, die wirklich etwas Besonderes sind.
Der Mexikaner dachte sich:
„Für eine langweilige Sorte macht sich niemand die Mühe, so etwas zu veredeln.“
Das reizte seine Neugier – und so nahm er Früchte und Samen mit.
Von Mexiko nach Kanada – und weiter nach Europa
Der Freund schickte die gewonnenen Samen an
Hans Günter Ritter, einen nach Kanada ausgewanderten Deutschen, der in der Chiliwelt als echter Enthusiast bekannt war. Hangu – so kannte man ihn in den frühen Zeiten der Chili-Communities – vermehrte die Sorte sorgfältig weiter.
Die Pflanzen überzeugten ihn sofort: Tolles Aroma, kräftiges Wachstum – aber vor allem etwas, das er noch nie zuvor so ausgeprägt gesehen hatte.
Eine Rocoto mit echtem Seltenheitswert
Die
Rocoto Manzano Michoacán zeigt ein Phänomen, das in der Capsicum-Welt kaum vorkommt:
Nicht nur die
Blätter sind teilweise panaschiert –
sogar die Früchte selbst zeigen Muster aus Hellgrün, Gelb- und Cremetönen, die sich wie zufällig über die Oberfläche ziehen.
Diese Art der
Panaschierung ist nahezu einzigartig und macht die Sorte weltweit zu einer echten Rarität.
Ein Geschenk an die Community
Hangu war klar: Eine Pflanze mit solch einer Geschichte, solch einer Besonderheit und solchem Potenzial sollte nicht in den Händen einiger weniger verschwinden. Sie sollte geteilt werden.
Er schickte das von ihm gewonnene Saatgut nach Deutschland – mit einer einzigen Bitte:
Es sollte kostenlos verteilt werden.
Keine Gewinne, keine Exklusivität.
Nur die Freude am Bewahren und Weitergeben einer außergewöhnlichen Sorte.
Und so begann eine einmalige Community-Aktion:
Die Rocoto Manzano Michoacán wurde
europaweit und später weltweit verschenkt und geteilt – von Chili-Fans für Chili-Fans.
Die Sorte lebt – dank Leidenschaft
Heute wächst die Rocoto Manzano Michoacán in vielen Ländern. Jede Pflanze erzählt ein Stück dieser Reise – von Mexiko über Kanada nach Europa.
Sie ist ein Beispiel dafür, dass Chili-Geschichte nicht nur in Laboren geschrieben wird, sondern oft durch Freundschaft, Leidenschaft und gemeinschaftliches Teilen.
Die Rocoto Manzano Michoacán ist mehr als eine Pflanze.
Sie ist ein Symbol für die Kraft einer Community – und für die Schönheit des Unerwarteten.
Und wer einmal eine panaschierte Frucht dieser Sorte in der Hand hält, hält nicht nur ein kleines botanisches Wunder fest – sondern auch ein Stück Chili-Geschichte.
Leider gibt es noch immer einige Chilihändler, die versuchen, aus dieser besonderen Sorte Profit zu schlagen. Das entspricht jedoch ganz sicher nicht dem Geist und den Werten von Hangu, der sie ursprünglich mit der Idee des Teilens und der Gemeinschaft verbreitet hat.