Oh man....

Günter

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Das kann man gar nicht genug feiern!

Wir waren damals alle gerade einmal 18 bis 20 Jahre alt und sind aus dem „nördlichen Osnabrück“ nach München zum Oktoberfest gefahren – jung, voller Abenteuerlust und ohne auch nur im Entferntesten zu ahnen, was uns erwarten würde.

Und dann hatten wir – im wahrsten Sinne des Wortes – unglaubliches Glück.

Unterwegs ging an unserem Taunus die Gasrückholfeder kaputt. Wir mussten deshalb auf einem Rastplatz an der Autobahn warten, bis der ADAC kam. Das hat uns damals ziemlich genervt. Heute wissen wir: Genau diese Panne hat vielleicht unser ganzes Leben verändert.

Als wir schließlich gegen Mitternacht auf dem Oktoberfest ankamen, wunderten wir uns zwar, dass überall Pflastersteine aufgerissen waren, Blut auf den Straßen zu sehen war und unglaublich viel Polizei unterwegs war. Aber wir waren jung und dachten nur: Na ja, Oktoberfest – da ist eben viel los.

Wir hatten keine Ahnung, was wenige Stunden zuvor passiert war.

Die nächsten Tage auf dem Oktoberfest waren für uns eine einzige große Party. Wir haben gefeiert, gelacht und das Leben genossen – wahrscheinlich die größte Party unseres Lebens.

Handys gab es damals noch nicht. Niemand konnte uns zwischendurch erreichen, niemand konnte uns sagen, was geschehen war. Erst als wir wieder zu Hause waren, wurde uns langsam bewusst, was für ein unglaubliches Schwein wir gehabt hatten.

Und erst da wurde uns auch klar, welche Sorgen sich unsere Eltern, Geschwister, Freunde und Freundinnen gemacht haben müssen.

Wir waren damals einfach nur junge Leute, die ein paar Tage feiern wollten. Dass wir heute hier sitzen und auf diese Geschichte zurückblicken können, verdanken wir letztlich einer kaputten Gasrückholfeder und ein paar Stunden Verzögerung.

Manchmal schreibt das Leben seine Geschichten auf eine Weise, die man sich selbst niemals hätte ausdenken können.

Denn wenn wir damals nicht überlebt hätten, gäbe es heute keine Familie Schaub.
Keine Kinder.
Keine Enkelkinder.
All die Menschen, die später zu unserem Leben gehören sollten, hätte es nie gegeben.

Wenn man darüber nachdenkt, wird einem erst richtig bewusst, wie unglaublich kostbar das Leben ist – und wie dünn manchmal die Grenze zwischen Glück und Unglück sein kann.

Deshalb können wir diesen Tag gar nicht genug feiern.

Nicht nur, weil wir damals unglaubliches Glück hatten.

Sondern weil aus diesem Glück ein ganzes Leben entstanden ist.

Unsere Familien. Unsere Kinder. Unsere Enkelkinder. Unser gemeinsames Leben.

Und wenn wir heute zurückblicken, können wir nur sagen:

Es ist gut so, wie es gelaufen ist. ❤️
 
Ihr seit also genau auf dem Weg dahin gewesen, als es damals den Anschlag gab. Da habt ihr aber wirklich Glück gehabt.
 
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