AutoPot mit Chili bepflanzen

In dieser Anleitung wird die Bepflanzung von AutoPots mit Chili- oder Paprikapflanzen beschrieben und basierend auf Erfahrungswerten Empfehlungen gegeben.
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Das AutoPot-System ist ein System von Pflanztöpfen, die mit einer automatischen Bewässerung versehen sind. Die Bewässerung erfolgt stromlos und rein mechanisch. Damit können die im AutoPot angebauten Pflanzen auch dort automatisch bewässert werden, wo kein Stromanschluss zur Verfügung steht. Das Wasser wird unter Einwirkung der Schwerkraft von einem oder mehreren Wassertanks über Schläuche zu den AutoPots geführt. Ein rein mechanisch arbeitendes Ventil, das AQUAvalve öffnet und stoppt automatisch die Wasserzufuhr.

Durch die Verwendung von Wassertanks ist kein direkter Anschluss der Bewässerung an das Wassernetz notwendig. Bei einer Undichtigkeit kann dadurch maximal der Tankinhalt auslaufen. Gerade bei einem Anbau, der vielleicht auch mal ein paar Tage unbeaufsichtigt bleiben muss, ist das im Schadensfall ein Vorteil.

Dank der sogenannten AQUAvalve-Technologie ist AutoPot das einzige Bewässerungssystem weltweit, das jeder einzelnen Pflanze die Kontrolle über ihre eigene Bewässerung gibt, womit jede nur die genaue, mit frischem Nährstoff angereicherte Wassermenge aufnimmt, die sie jeweils benötigt. Neben dem Anbau von Gemüse und Tomaten eignen sich AutoPots hervorragend für den Anbau von Chili- und Paprikapflanzen.

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Bild: Rocoto Cabe Gondol indoor in AutoPots

Empfehlungen für das AutoPot-System
Für Rocotos (Capsicum pubescens), viele Capsicum baccatum und starkwüchsige Sorten der Art Capsicum chinense (z.B. Bhut-, Trinidad- oder 7Pot-Sorten) empfiehlt sich die Verwendung von AutoPot 1Pot XL oder AutoPot XL FlexiPot. Diese Systeme eignen sich mit 25 Liter Substratvolumen gut für große Chili- und Paprikapflanzen.

Für viele Sorten der Arten Capsicum annuum, Capsicum frutescens und Capsicum chinense reichen die Systeme mit 15 Liter Töpfen aus. Für kleinwachsende Sorte kann man die 8,5 Liter Töpfe einsetzen.

Für die Hauptleitung, die vom Wassertank abgeht, empfiehlt sich die Verwendung von Schläuchen mit 16mm anstatt der dünneren Schläuche mit 9mm oder 6mm. Da sich durch Kalk und Dünger mit der Zeit Ablagerungen bilden können, setzen sich dünnere Schläuche schneller zu als die dickeren mit 16mm. Bei den Ventilen sollte die neuere Ausführung, das AQUAvalve 5 verwendet werden. Bei diesem Ventil wird das kurze Stück von der Hauptleitung zum AQUAvalve mit einem 9mm Schlauch ausgeführt. Bei der älteren Ausführungen ist der Schlauch mit 6mm deutlich dünner.

Das notwendige Tankvolumen kann nur aufgrund von Erfahrungswerten geschätzt werden. Der Wasserverbrauch pro Tag richtet sich nach der Anzahl der AutoPots, dem Substratvolumen der einzelnen Töpfe, der Pflanzengröße und den klimatischen Bedingungen. Für die Schätzung des notwendigen Tankvolumens kann von folgenden Wasserverbräuchen pro Tag ausgegangen werden:
  • Chili in 8,5 Liter Topfgröße, ca. 0,3 Liter
  • Chili oder Paprika in 15 Liter Topfgröße, ca. 0,7 Liter
  • Chili oder Paprika in 25 Liter Topfgröße, ca. 1 Liter
Beispiel: 6 Chilipflanzen im AutoPot 1Pot XL (25 Liter) = ca. 6 Liter pro Tag. 7 Tage ergeben ca. 42 Liter Verbrauch. Ein Tank mit 47 Litern würde für etwa 1 Woche Bewässerung ausreichen.

Aufbau der AutoPots
Das Unterteil des AutoPots wird nach der beiliegenden Anleitung des Herstellers mit dem AQUAvalve ausgestattet. Die Ventile werden verschlaucht und an den Wassertank angeschlossen. Zusätzlich sollte man in den Schlauchabgang am Tank ein Absperrventil (erhältlich im AutoPot-Shop) einbauen, um jederzeit die Bewässerung unterbrechen zu können. Bevor der Tank gefüllt und mit der Bewässerung begonnen wird, muss der AutoPot mit einem geeigneten Substrat gefüllt und bepflanzt werden.

Empfehlung für das Substrat im AutoPot
Für den Chilianbau im AutoPot sollte als Substrat grundsätzlich keine reine Blumen- oder Pflanzerde genommen werden. Normale Gartenerde kann ebenfalls nicht empfohlen werden. Chilipflanzen mögen weder Staunässe noch verdichtete Erde an den Wurzeln. Das Substrat wird durch die Bewässerung von unten dauerhaft feucht gehalten. Normale Blumenerde, Pflanzerde oder Gartenerde würde dabei zu feucht werden und mit der Zeit wahrscheinlich zu stark verdichten. Die Folge können Wurzelschäden an den Chilipflanzen sein.

Um die Belüftung der Wurzeln zu verbessern, sind geeignete Zuschlagsstoffe nötig. Der Blumen- oder Pflanzerde sollte noch etwa 25% Perlite beigemischt werden. Bei Verwendung von Kompost sollte ein höherer Anteil Perlite, etwa 50% im Substrat enthalten sein. Kokoserde, gemischt mit Perliten kann auch als Substrat im AutoPot verwendet werden. Bisher gut bewährt hat sich Floragard TKS 2 mit beigemischten Perliten.

Die weitere Vorgehensweise unterscheidet sich, je nachdem ob kleine Jungpflanzen oder bereits größere Pflanzen in AutoPots eingetopft werden.

Weiteres Vorgehen nach dem Einpflanzen
Nach dem Einpflanzen von kleinen Jungpflanzen sollte man die ersten Wochen noch auf die automatische Bewässerung verzichten und die Pflanzen von oben mit der Gießkanne gießen. Erst wenn sie angewachsen und etwas größer geworden sind, reichen die Wurzeln tief genug, dass man die Chilipflanzen über den Wassertank von unten bewässern kann.

Beim Eintopfen größerer Pflanzen in den AutoPot gießt man die Pflanzen zuerst gut an, bis etwas Wasser unten in den Untersetzer durchläuft. Nach einer kurzen Wartezeit befüllt man den Tank, öffnet das Absperrventil (wenn vorhanden) und startet gleich mit der Bewässerung über den Tank.

Für die Düngung von Chilipflanzen im AutoPot gibt es mehrere Möglichkeiten:
  1. Langzeitdünger ins Substrat mischen
  2. regelmäßig von oben zusätzlich mit Wasser und einem Flüssigdünger gießen
  3. Düngung mit Nährsalzen oder Hydrokulturdünger über den Wassertank
Bei der ersten Möglichkeit wird ein Langzeitdünger gemäß der Empfehlung des Düngerherstellers in das Substrat gemischt. Es wird danach nur noch mit Wasser aus dem Tank bewässert. Wenn der Langzeitdünger verbraucht ist, wird er erneuert, das Substrat im Topf getauscht und neu mit Langzeitdünger versehen oder auf andere Düngemöglichkeiten ausgewichen.

Die zweite Möglichkeit birgt die Gefahr, dass der Untersetzer beim Gießen von oben überläuft. Bei älteren Varianten, bei denen der Schlauch einfach in einer Aussparung eingelegt ist, muss man sehr vorsichtig von oben mit Düngerlösung nachgießen, ansonsten kann schnell Wasser auslaufen. Bei verschiedenen neueren Varianten mit dem AquaValve 5 ist der Bewässerungsschlauch durch eine Dichtung mit Schlauchdurchführung in den Untersetzer eingeführt. Hier kann der Untersetzer nicht so schnell überlaufen und problemlos von oben mit Düngerlösung gedüngt werden.

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Bild: Untersetzer AutoPot mit Schlauchdurchführung

Bei der dritten Möglichkeit gibt man entweder Nährsalze oder einen geeigneten Flüssigdünger mit in den Wassertank. Bei einem Flüssigdünger hält man sich an die Herstellerempfehlung für eine Hydrokultur. Nährsalze wie z.B. Compo Hakaphos kann man ins Wasser im Tank beimischen und damit den EC auf 1,0 bis 2,0 einstellen. Rocotos (Capsicum pubescens) und starkwüchsige Capsicum chinense (z.B. Bhut-, Trinidad- oder 7Pot-Sorten) vertragen dabei einen höheren EC als Capsicum annuum oder kleiner wachsende Capsicum chinense.

In warmen Umgebungen kann es passieren, dass die Nährlösung im Tank mit der Zeit umkippt. In diesem Fall sollte man entweder den Tank so befüllen, dass die Nährlösung nach wenigen Tagen verbraucht ist und somit regelmäßig erneuert wird oder eine Umwälzpumpe im Tank einsetzen.

Da das Substrat trotz zusätzlicher Düngung mit der Zeit verbraucht ist, sollte es alle ein bis zwei Jahre ausgetauscht werden.

Weiteres zum Thema AutoPot ist in diesem Thema zu finden:

 
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Meine größten Probleme hatte ich bei Autopot+Seramis (erdfrei) bei Chilis und Auberginen. Sie zeigen nach wenigen Monaten einen Mangel an Spurenelementen. Leider gibt es die kleine Tüten Compo-Spurenelemetedünger nicht mehr. So muss man anhand der Symptome weitersuchen. Eisenmangel kann aber muss nicht immer die Lösung sein (hilft hier aktuell bei einer Aubergine nicht).

Der Nachteil bei Autopot ist einfach, dass nicht alle Pflanzen - sofern man viele Töpfe über einen Tank versorgt - die selbe Nährstoffmenge abkönnen. Es schwankt zwischen zu wenig, ok und zu viel.
 
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Ganz erdfrei habe ich den Anbau im AutoPot nicht ausprobiert. Da dürfte es stark damit zusammenhängen wo der pH der Nährlösung liegt und welcher Dünger genommen wird. Mit Erde und Perliten hat man es einfacher, was die Versorgung mit Spurenelementen betrifft.
 
pH und EC messe ich bei jedem Auffüllen des Tanks oder beim individuellem Düngen mit Hakaphos der Autopots. Erde ist definitiv einfacher zu handeln und nicht so zickig. Wenn man nach viel "trial and error" den Trick raus hat (ich teste bei verschiedenen Gemüsesorten noch), geht es langfristig sicher auch mit erdfreien Medien, aber man hat deutlich mehr Rückschläge als mit einem gelegentlich schlechten Sack Erde. Dennoch bevorzuge ich im Moment Seramis, da das Medium nicht regelmäßig getauscht werden muss. Ob Autopot mit einem einzelnen Tank und einer "Düngersuppe" für die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Gemüsesorten passt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen, aber ich rechne nach meinen bisherigen Erfahrungen mit verschiedenen Hakaphos-Düngern nicht damit. Jungpflanzen in ein bestehendes Autopot-System mit einem einzelnen Tank einzubringen ist ohne Handarbeit beim Gießen/Düngen schwierig. Anfangs habe ich Pflanzen einzeln gedüngt, aber auch das hat Fehlerquellen.
 
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