Erfahrung mit "Flambino Blu"

Morrison

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Hallo Forum,


ich lese hier schon seit Jahren immer mal wieder still mit. Bisher habe ich allerdings immer nur eine einzige Sorte angebaut, weil ich mit ihr rundum zufrieden bin: die „Flambino“ von der Gärtnerei Blu. Vorweg: mir ist bewusst, dass ich nach manchen Guides nicht alles „perfekt“ mache – aber genau das gefällt mir eigentlich daran. Die Sorte funktioniert auch unter suboptimalen Bedingungen zuverlässig und liefert in meinen Augen ein sehr gutes Ergebnis.

Deshalb wollte ich sie hier einmal vorstellen, mit ein paar Bilder aus verschiedenen Wachstumsstadien (Indoor und Outdoor).




Warum ich diese Sorte anbaue​


Was ich an ihr schätze: Sie ist pflegeleicht, funktioniert sowohl indoor als auch outdoor, bringt einen guten Ertrag und ist samenfest. Seit meinem ersten Kauf ziehe ich sie jedes Jahr wieder aus den Samen der vorherigen Ernte nach. Auch von der Schärfe her passt sie für mich perfekt – nicht zu viel und nicht zu wenig.




Anzucht unter schwierigen Bedingungen​


Ich wohne in einer schlecht isolierten Dachgeschosswohnung, in der die Heizung im Winter eher unzuverlässig läuft. Mehrere Tage mit 16 °C sind keine Seltenheit, nachts geht es auch mal deutlich darunter. 20 °C sehe ich im Winter kaum. Trotzdem keimen die Samen fast alle – selbst bei Temperaturen, die deutlich unter den üblichen Empfehlungen liegen.


Ich lasse sie auf einem Teller in feuchtem Küchenpapier keimen, darüber kommt Frischhaltefolie, damit die Feuchtigkeit bleibt. Eine Zeitung sorgt zusätzlich für Dunkelheit. Der Teller steht auf der Heizung. Die Keimung dauert etwa vier Wochen – für mich völlig in Ordnung, da ich Mitte Januar starte.


Sobald sich der erste Keim zeigt, kommen die Samen etwa 0,5–1 cm tief in einen Kokostab und wandern in eine Plastikanzuchtbox zurück auf die Heizung. Falls sich beim Durchbrechen der Erde mal ein „Helm“ (Samenschale) bildet, ist das meist kein Problem – das wächst sich heraus. Vorsichtiges Entfernen mit der Hand hat bei mir ebenfalls problemlos funktioniert.




Wachstum und Umtopfen​


Mit „Spargeln“ hatte ich bisher keine Schwierigkeiten, die Pflanzen haben sich immer gut entwickelt. Sobald sich die ersten Blätter bilden, kommen sie auf die Fensterbank. Dort ist es zwar kühler, aber das Licht ist wichtiger.


Ist der Kokostab gut durchwurzelt, pflanze ich in einen kleinen Topf mit Anzuchterde um. Sobald auch dieser durchwurzelt ist, geht es in normale Erde.


Inzwischen ziehe ich sie nur noch indoor, was unter meinen großen Dachschrägfenstern (Ostausrichtung) erstaunlich gut funktioniert – sowohl in Blumenampeln als auch in normalen Töpfen.




Erde, Dünger und Pflege​


Beim Dünger bin ich unkompliziert: günstiger Blaukorndünger oder Düngestäbchen funktionieren gut, Tomatendünger ebenfalls. Die Pflanzen nehmen eigentlich alles dankbar an. Das gilt auch für die Erde – ob normale Blumenerde oder Gemüseerde, meist nehme ich einfach die günstigste Variante und es klappt problemlos.




Schädlinge und Gegenmaßnahmen​


Schädlinge wie Trauermücken oder Blattläuse kommen in der Wohnung natürlich vor. Bewährt haben sich Gelbsticker und Nematoden gegen Trauermücken sowie Marienkäferlarven gegen Blattläuse. Neemöl hingegen fand ich bei mir eher wenig hilfreich.




Ernte und Haltbarmachung​


Sobald die Temperaturen steigen, legen die Pflanzen richtig los. Mit Ernten und Bestäuben komme ich dann kaum hinterher. Der Ertrag von zehn Pflanzen reicht bei mir locker für ein bis zwei Jahre.


Zur Haltbarmachung trockne ich die Chilis. Dafür fädle ich sie mit Nadel und Faden auf und steche dabei unterhalb des grünen Stiels durch die Frucht – so kann die Feuchtigkeit besser entweichen. Die Stränge hängen dunkel unter dem Dach und sind nach etwa vier Wochen vollständig getrocknet. In einem luftdicht verschlossenen Glas, dunkel gelagert, behalten sie Farbe, Schärfe und Aroma sehr gut.
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Planst du zukünftig auch andere Chilisorten ein?
 
Planst du zukünftig auch andere Chilisorten ein?

Konkret geplant habe ich bislang nichts, da ich nicht weiß, wie gut sich was für die Rahmenbedingungen in meiner Wohnung eignet und ich bislang ja zufrieden war.

Wenn ich in der Zukunft aber wieder eine wärmere Wohnung mit mehr Platz, und idealerweise Balkon habe, oder sich die Möglichkeit für einen Schrebergarten bietet, dann ja, würde ich gerne auch mal was anderes ausprobieren. Jalapeno oder Habanero zum Beispiel.
 
Am Dachfenster kannst du auch mal eine Sorte wie die Limon (die Capsicum chinense nicht C. baccatum oder gar C. annuum) ausprobieren. Diese Sorte ist recht pflegeleicht und wird auch nicht sehr groß.
 
Sehr schöne Vorstellung deiner Aktivitäten.

Ich möchte nur einen Punkt hinterfragen - die Art der Trocknung. Du nutzt eine Art, die in südlichen Ländern oft angewandt wird - auf Schnüren aufreihen und aufhängen. Die Art wie du das machst ist meiner Ansicht nach nicht falsch - und du sagst du hängst die unter dem Dach auf UND du erwähnst die schlechte Isolierung des Hauses. Das kann bedeuten, dass es unter dem Dach gut belüftet ist. Wenn es unterm Dach dann in der Zeit des Trocknens auch noch warm ist, dann spricht es dafür dass es funktionieren kann, OHNE dass sich Schimmel bildet.

Aber generell ist diese Art des Trocknens in unseren Breitengraden eher eine schlechte Idee.
 
Die Limon schmeckt leicht zitronig und ist eine gute Wahl für Pulver.
Wie @peter.bergmann schon schreibt, ist der Dörrer oder der Backofen, in unseren Breitengrade, die bessere Wahl zum trocknen.

Aber vielleicht klappt es bei Dir ja ganz gut. :thumbsup:
 
Am Dachfenster kannst du auch mal eine Sorte wie die Limon (die Capsicum chinense nicht C. baccatum oder gar C. annuum) ausprobieren. Diese Sorte ist recht pflegeleicht und wird auch nicht sehr groß.
Flambinos liegen zwischen 4-5, Limon sind schärfer als Lemon Drop, die Frage ist halt "nicht zu mild, nicht zu scharf" wie er oben schreibt, die hat schon wumms und das doppelte von denen die ich da oben sehe, als Pulver dosieren ok.
Viele Grüße
Gerd 🤠
 
Hochbeete Grillen und BBQ
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