In der freien Natur erfüllen Trauermückenlarven die wichtige Aufgabe totes organisches Material zu verwerten. Die Ausscheidungen der Larven dienen Mikroorganismen als Nahrung, die wiederum pflanzenverfügbare Nährstoffe hinterlassen. Drinnen im Haus in Blumenkästen und Blumentöpfen entwickeln sich Trauermücken mangels Fressfeinde schnell zu einer Plage. Gefährlich werden die Larven für Keimlinge und kleinere Pflanzen, da sie auch deren Wurzeln fressen können und oft nicht genug anderes organisches Material vorfinden, mit denen die vielen Larven ernährt werden können. Für größere und ältere Pflanzen stellen Trauermücken hingegen keine Gefahr dar.
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Diese Anleitung erklärt, wie man Trauermücken von Fruchtfliegen unterscheidet und erkennt, gibt eine Merkhilfe dazu und zählt mehrere Methoden zur Bekämpfung der Trauermücken auf und erklärt diese.

Trauermücken vs. Fruchtfliegen
Trauermücken und Fruchtfliegen werden im Alltag oft verwechselt, obwohl sie biologisch, optisch und im Verhalten klar voneinander abweichen.

Trauermücken sind schlank, dunkelgrau bis schwarz und erinnern eher an winzige Mücken. Ihre Beine sind lang, ihr Flug wirkt wackelig und langsam. Trauermücken findet man fast ausschließlich in der Nähe von Blumenerde, Anzuchttöpfen oder Zimmerpflanzen. Sie lieben feuchte Substrate. Trauermücken-Larven leben in der Erde und fressen organisches Material, manchmal auch feine Wurzeln. Bei Jungpflanzen oder Keimlingen kann das zu echten Problemen führen.

Trauermücken legen ihre Eier in feuchte Erde. Die Larven entwickeln sich dort und bleiben unsichtbar, bis die adulten Tiere herumfliegen.

Fruchtfliegen (Drosophila) sind kompakter, beige bis bräunlich, oft mit auffällig roten Augen. Sie wirken rundlicher und fliegen deutlich zielgerichteter. Fruchtfliegen tauchen dort auf, wo Gärprozesse stattfinden: Obstschalen, Biomüll, Saftreste, Essig, Wein, faules oder überreifes Obst. Fruchtfliegen ernähren sich von Hefen und gärenden Stoffen. Sie sind lästig, aber für Pflanzen völlig harmlos.

Fruchtfliegen legen ihre Eier direkt auf gärende Lebensmittel. Die Larven ernähren sich vom gärenden Substrat und entwickeln sich sehr schnell.

Merkhilfe Trauermücken:
Beide Arten sind klein, schwarz-bräunlich und tauchen plötzlich in der Wohnung auf. Doch der Kontext verrät sie:
  • Fliegen sie aus dem Blumentopf? → Trauermücken.
  • Fliegen sie aus der Obstschale oder dem Biomüll? → Fruchtfliegen.
Bekämpfung von Trauermückenlarven
Zur Bekämpfung von Trauermückenlarven bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, die man teilweise kombinieren sollte:
  • Aufstellen von Gelbtafeln
  • Substrat trocken halten
  • Gießverhalten optimieren
  • SF-Nematoden
  • Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.)
  • Raubmilben
  • Abdecken des Substrats
  • Zimtwasser
  • Zimt auf das Substrat streuen
  • Wasserstoffperoxid-Gießlösung
  • Quarantäne neue Pflanzen
  • Substrat vorbehandeln
Aufstellen von Gelbtafeln
Zur Indikation eines Befalls und zum Einfangen der adulten Trauermücken stellt man sogenannte Gelbtafeln auf. Die gelbe Farbe lockt die Trauermücken an, die dann auf der Leimschicht der Tafeln kleben bleiben. Draußen im Freien sollte man auf die Aufstellung von Gelbtafeln unbedingt verzichten, da auch Nützlinge davon angezogen werden können und daran kleben bleiben.

Da eine Trauermücke innerhalb kurzer Zeit viele Eier ablegen kann, reicht das Aufstellen von Gelbtafeln alleine nicht aus. Einzelne überlebende Trauermücken sorgen weiter für neue Larven in der Erde. Die adulten Trauermücken leben nur wenige Tage. Deshalb ist es sinnvoll, besonders die Trauermückenlarven zu bekämpfen. Beim Auftreten von Trauermücken in Innenräumen sollten Gelbtafeln als Ergänzung zu den anderen beschriebenen Methoden aufgestellt werden.

Substrat trocken halten
Die Trauermückenlarven benötigen eine gewisse Feuchte in der Erde. Daher kann man sie abtöten oder zumindest in der Zahl deutlich reduzieren, wenn man die Blumenerde ziemlich trocken hält. Die Methode ist aber nur begrenzt einsetzbar, da eine kurze Trockenheit nur einen Teil der Trauermückenlarven abtötet und eine längere Trockenheit die Jungpflanzen schädigt oder absterben lässt.

Gießverhalten optimieren
Wenn die Pflanzen nur von unten gegossen werden und dabei die oberen 3cm Erde möglichst trocken gehalten werden, kann das einem Trauermückenbefall vorbeugen. Es funktioniert aber nicht sicher als Vorbeugemaßnahme. Ebenso hilft es nicht mehr, wenn ein Befall bereits entstanden ist. Trauermücken können auch von unten durch die Ablauflöcher für überschüssiges Wasser ins Substrat gelangen und dort ihre Eier ablegen. Diese Methode kann also nur als Ergänzung zu anderen Methoden genommen werden.

SF-Nematoden
Eine weitere, effektive biologische Bekämpfungsmöglichkeit ist der Einsatz von SF-Nematoden (Steinernema feltiae), die man ins Gießwasser gibt. Damit gießt man durchdringend, da auch die Nematoden Feuchtigkeit in der Erde benötigen und damit sie sich gut verteilen. Innerhalb kurzer Zeit sind alle Trauermückenlarven bekämpft. Die Nematoden sterben ab, wenn keine Larven mehr vorhanden sind. Eine Anwendung mit SF-Nematoden ist bereits ab 8 °C Bodentemperatur möglich, eine ptimale Wirkung ab 12 °C.

Im Winter kann es Einschränkungen bei der Anwendung dieser Methode geben. In der Regel müssen SF-Nematoden bestellt werden. Die Nematoden dürfen nicht durchfrieren, da sie lebende Organismen sind und ansonsten absterben. Bei starkem Dauerfrost kann es passieren, dass Händler den Versand kurzzeitig pausieren oder verzögern, um Schäden zu vermeiden. Oft versenden die Händler SF-Nematoden im Winter nur montags bis mittwochs, damit sie nicht über das Wochenende im Briefkasten oder Versanddepot liegen. Die Nematoden kommen meist im Briefumschlag, was kurze Transportzeiten begünstigt. Bleibt der Briefumschlag bei Frost nur wenige Stunden im Briefkasten liegen, war die Bestellung wertlos. Ähnliche Schwierigkeiten kann es auch im Hochsommer bei Hitzwetter geben.

Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.)
Zur Bekämpfung von Trauermückenlarven in der Erde eignet sich das selektiv nur gegen Mückenlarven wirkende Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.), bzw. der durch das Bakterium erzeugte Wirkstoff. Es ist in Präparaten wie Neudorff Stechmückenfrei enthalten, das zur Bekämpfung von Stechmückenlarven eingesetzt wird. Zur Bekämpfung von Trauermückenlarven muss das Stechmückenfrei jedoch deutlich höher dosiert werden als bei der Anwendung gegen Stechmückenlarven in Regentonnen. Etwa eine halbe zerstoßene Tablette auf eine große Gießkanne Wasser sollte ausreichen.

Raubmilben
Mit den Raubmilbenarten Hypoaspis aculeifer und Hypoaspis miles ist eine biologische Bekämpfung von Trauermückenlarven auch möglich. Nebenbei bekämpfen diese Raubmilbenarten auch Springschwänze und Thripspuppen.

Im Winter lässt sich diese Methode nur bedingt anwenden. Beim Transport bei niedrigen Wintertemperaturen können die Raubmilben absterben. In der Regel müssen die Packungen mit den Raubmilben jedoch bestellt und transportiert werden. Hier kann es zu ähnlichen Problemen kommen, wie bereits im Absatz zu SF-Nematoden beschrieben ist.

Abdecken des Substrats
Zur Vorbeugung eines Befalls kann man die Erde mit einer Sandschicht abdecken. Nachteil dabei ist aber, dass man die Feuchtigkeit der Erde nicht mehr gut abschätzen kann. Durch die Abflusslöcher im Topfboden dringen evtl. trotzdem Trauermücken in die Erde ein und legen Eier ab. Kleinere Töpfe könnte man alternativ in feinmaschige Damenstrumpfhosen einhüllen. Wichtig ist dabei auch, dass man einen Sand nimmt, der den pH-Wert des Substrats nicht verändert und keine schädlichen Stoffe abgibt.

Zimtwasser
Mit Zimtwasser wurde von Mitgliedern des Forums beobachtet, dass es sich zur Bekämpfung von Trauermückenlarven in der Erde eignet. Zimtwasser ist einfach herzustellen, Zimt ist in jedem Supermarkt erhältlich und die Methode wetterunabhängig einsetzbar.

Zimt wirkt auf mehrere Arten gegen Trauermücken. Zum einen enthält Zimt Cinnamaldehyd und Eugenol, die antimikrobielle und fungizide Eigenschaften haben. Diese Stoffe stören die Zellmembran der Trauermückenlarven und verhindern deren Wachstum und Reproduktion. Zudem setzt Zimt Cumarin frei, welches für Trauermücken toxisch wirkt. Beide Wirkungen machen Zimt zu einem wirksamen Mittel gegen Trauermücken.

Das Zimtwasser wird folgendermaßen zubereitet:
40g Zimt werden in 3 Liter Wasser gegeben und eine halbe Stunde gekocht. Danach wird das Zimtwasser abkühlen lassen und gewartet, bis sich der Zimt auf dem Boden des Gefäßes abgesetzt hat. Das Zimtwasser wird vom Bodensatz abgetrennt. Das Zimtwasser kann in einer Flasche bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Bei der Anwendung wird es 1:1 verdünnt ins Gießwasser gegeben. Angewendet werden sollte diese Methode bereits beim Umtopfen, um einen Befall zu verhindern und natürlich wenn ein Befall mit Trauermücken auftritt.

Zimt auf das Substrat streuen
Um die Eiablage von Trauermücken zu verhindern soll Aufstreuen von Zimt auf das Substrat helfen. Zunächst sollte man die oberste Schicht der Blumenerde entfernen, um möglicherweise vorhandene Trauermückeneier oder -larven loszuwerden. Danach füllt man neue Erde nach und streut man eine dünne Schicht Zimtpulver auf die Erdoberfläche. Diese Abdeckung soll die erwachsenen Trauermücken daran hindern, ihre Eier in die Erde zu legen. Die Zimtschicht sollte etwa alle zwei Wochen ausgewechselt werden, um die Effektivität zu gewährleisten.

Die Wirkung basiert auf den gleichen Wirkungen wie beim Zimtwasser. Die Anwendung ist aber schnell deutlich teurer, wenn sie bei vielen Töpfen während der Chilianzucht verwendet wird. Es wird im Verhältnis mehr Zimt für das Aufstreuen auf das Substrat in den Töpfen benötigt als für die Herstellung von Zimtwasser. Daher empfehlen wir, bevorzugt die Methode mit dem Zimtwasser anzuwenden.

Wasserstoffperoxid-Gießlösung
Wasserstoffperoxid (H2O2), alte dt. Schreibweise Wasserstoffsuperoxyd ist eine anorganische chemische Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Wasserstoffperoxid ist ein starkes Oxidationsmittel. Bei dieser Methode wird eine 3‑%ige Lösung (aus der Apotheke) im Verhältnis 1:4 mit Wasser verdünnt und zum Gießen verwendet. Wasserstoffperoxid tötet zuverlässig Trauermückenlarven ab. Es zerfällt zu Sauerstoff und Wasser. Bei richtiger Dosierung ist es pflanzenschonend. Wird es zu schwach dosiert, wirkt es nicht ausreichend. Wird es zu stark dosiert, schädigt Wasserstoffperoxid die Wurzeln der Pflanzen. Wasserstoffperoxid wirkt allerdings ebenfalls gegen viele nützliche Mikroorganismen in der Erde. Es ist daher nur bedingt zu empfehlen. Zur Vorbehandlung von Substraten für die Anzucht kann es jedoch gut genommen werden.

Quarantäne neue Pflanzen
Viele Befälle mit Trauermücken kommen über neu gekaufte Pflanzen oder Erde ins Haus. Daher sollte man neu gekaufte Pflanzen nicht in Räume mit der neuen Anzucht zusammen aufstellen. Neue Pflanzen sollte man vorbeugend behandeln. Dazu bietet sich die Methode mit Zimtwasser an.

Substrat vorbehandeln
Eine Vorbehandlung des Substrat verhindert zwar nicht sicher den Befall mit Trauermücken, kann jedoch trotzdem sinnvoll sein Evtl. bereits im Substrat enthaltene Trauermückeneier oder Trauermückenlarven werden dadurch abgetötet.

Kleine Mengen Erde für die Aussaat kann man bei 80 bis 90°C für 30 Minuten in den Backofen stellen. Feuchte Erde kann für 2 bis 3 Minuten in die Mikrowelle. Dadurch werden Larven, Eier und Pilzsporen abgetötet.

Wenn man größere Mengen Erde vorbehandeln möchte, kann man diese austrocknen lassen und draußen dem Frost aussetzen. Damit werden die meisten Schädlinge zumindest deutlich reduziert. Allerdings kann es passieren, dass die trockene Erde anfangs beim Gießen das Wasser schlecht annimmt.

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Bild: Gelbtafel mit Trauermücken

 
Die Anleitung zum Thema "Trauermückenlarven bekämpfen" wurde komplett überarbeitet. Nun ist zusätzlich u.a. erklärt, woran man den Unterschied zwischen Trauermücken und Fruchtfliegen erkennt. Mehrere Methoden zur Bekämpfung der Trauermücken wurden ergänzt, u.a. die Methode mit Zimtwasser. Vielen Dank an @Rreppell für die Hinweise im Forum zum Zimtwasser. Dadurch wurde ich erst auf diese Methode aufmerksam. Man lernt ja nie aus.
 
Mauersand für die boden des topf und über die erde hilft auch.

Selbst bei wasserkirsch sitzen die trauermücken unter im topf im wasser
 
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