Sammeln von Wildsorten in der Jungsteinzeit
Die Geschichte der Verwendung von Chilis reicht bis mindestens in die Jungsteinzeit zurück. Bereits etwa 6500 v. Chr. wurden in der Nähe der heutigen Mexico City wilde Chilis gesammelt und von Ureinwohnern als Gewürz verwendet. Auch in Peru gab es Funde von Chilisamen in Höhlen und bei Ausgrabungen. In Peru wurden damals die Chilis sogar als Währung akzeptiert.
In der Zeit zwischen 8.000 und 5.000 vor Christi sollen schon wilde Chilipflanzen gezielt auf Ertrag weitergezüchtet worden sein. Heute sind etwa 28 Wildformen bekannt. Archäologische Funde in Oaxaca in Mexiko lassen vermuten, dass die erste gezüchtete Art eine Capsicum annuum war. Chilis gehören zu den frühesten domestizierten Nutzpflanzen in Amerika.
Verbreitung bis zum 15. Jahrhundert
Eine mögliche Wildform, von der die große Familie Capsicum annuum stammen könnte, ist die Chiltepin (Capsicum annuum var. glabriusculum). Das Wort "Chili" könnte von den Worten "Chilpoctli", "Chiltecpin" oder "Chiltepin" aus der Azteken-Sprache abstammen. Capsicum annuum waren in Mexico und Mittelamerika verbreitet.
Im heutigen Bolivien und Peru hatten sich Capsicum pubescens etabliert. In den Höhenlagen der Anden kamen sie mit den kühleren Temperaturen gut zurecht. Im Norden bis Nordosten Südamerikas waren Capsicum chinense verbreitet.
Verbreitung ab dem 15. Jahrhundert - Entdeckung durch die Europäer
Die weltweite Verbreitung von Chilis begann erst tausende Jahre später. Die Chilis kamen erstmalig im Jahr 1492 mit Christoph Kolumbus nach Europa. Kolumbus erwähnt in einem Brief an Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón ein scharfes Gewürz. Fälschlicherweise bekamen die mitgebrachten Chilipflanzen den Namen „pimenta“, nach dem spanischen Wort für Pfeffer. Es ist unklar, ob Kolumbus glaubte, Verwandte des ihm bekannten schwarzen Pfeffers gefunden zu haben, oder ob er den Vergleich heranzog, um die Verwendung als Gewürz hervorzuheben. Der Arzt Diego Alvarez Chanca, gab auf der 2. Reise von Christoph Kolumbus im Jahr 1494 der Gattung den noch heute gültigen Namen „Capsicum“. Ihm wird auch die Einführung des „Spanischen Pfeffers“ in die spanische Küche zugeschrieben. Die botanische Bezeichnung „Capsicum“ leitet sich von der Fruchtform der Beeren ab (kapselförmig).
Kultivierung in Spanien
Im spanischen Klima gediehen die mitgebrachten Chilis gut und wurden von dort ansässigen Mönchen kultiviert. Kurioserweise wurden die Pflanzen anfangs als Zierpflanze angesehen. Nach und nach fand man aber Geschmack an den scharfen Früchten.
Verbreitung im Osmanischen Reich
Das Osmanische Reich kam wahrscheinlich bei einer der Belagerungen der portugiesischen Kolonien Ormus in Persien im Jahr 1513 oder in Diu in Indien, 1538 zum ersten Mal in Kontakt mit Paprikapflanzen. Das Gewürz verbreitete sich im Osmanischen Reich und durch osmanische Händler auch außerhalb weiter.
Erste Untersuchungen und Einordnungen von Chilis
Etwa 50 Jahre nach der Entdeckung der Chilis wurden sie von dem deutschen Medizinprofessor Leonard Fuchs genauestens untersucht und erforscht. 1543 schreibt Leonhard Fuchs von „indianischem Pfeffer“ und unterscheidet drei Sorten.
Bekanntschaft mit Chilis machte auch 1550 der Hesse Hans Staden, der von brasilianischen Ureinwohnern gefangengenommen wurde. Er beschrieb Chili als strauchige Pflanze. Der niederländische Botaniker Clusius schrieb 1585 von großen Anpflanzungen in Böhmen, Brünn.
Verbreitung in die Kolonien
Die Portugiesen beförderten Chilis zuerst aus Südamerika nach Afrika und von dort aus nach Indien. Weiterhin wurden die Chilis auf den portugiesischen Handelsrouten nach China, Korea, Japan und den Philippinen gebracht. In diesen Ländern wurden die scharfen Früchte schnell Bestandteil der dortigen Küche und sind es auch heute noch.
In Asien entwickelte sich Chili zu mehr als nur einem Gewürz. Es wurde zur Seele der Küche. Vielfalt und Kreativität in der Verwendung der Chilis haben die asiatische Küche bereichert und deren berühmte Vielfalt erst möglich gemacht.
In Nordafrika entstand die legendäre Harissa-Paste, eine scharfe, aromatische Gewürzpaste, die aus Chilis, Knoblauch und verschiedenen Gewürzen besteht. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Küche geworden und wird in Eintöpfen, Suppen und als Würze für Fleischspeisen verwendet. Westafrikanische Länder wie Nigeria und Kamerun integrierten Chilis in traditionelle Eintöpfe und Saucen. In der äthiopischen Küche entwickelte man das scharfe Berbere-Gewürz, In den Nahen Osten brachten arabische Händler die Chilis über verschiedene Handelsrouten. Chilis integrierten sich langsam, aber nachhaltig in die traditionellen Gewürzmischungen.
Verbreitung in Nordamerika
In den heutigen USA entwickelte sich Chili schnell zum kulinarischen Identitätsmerkmal. Die Tex-Mex-Küche entstand. Eine Fusion von texanischen und mexikanischen Aromen machte Chilis in berühmten Gerichten wie Chili con Carne und Enchiladas auch außerhalb der USA populär.
Es entstanden Marken wie Tabasco, die zu Ikonen wurden und mittlerweile weltweit in den Küchen zu finden sind. Neben der kommerziellen Nutzung beschäftigen sich auch viele Hobbyköche in ganz Nordamerika mit der Kunst der Herstellung eigener Saucen und Gewürzmischungen. Heutzutage gibt es viele Chiliveranstaltungen, Wettbewerbe und Spezialmärkte in den USA. Die Entwicklung zur Liebhaberkultur zeigt sich ebenfalls in der wachsenden Anzahl an Chili-fokussierten Restaurants und Essenslieferdiensten.
In den USA wurden durch Züchter bereits mehrere Chilisorten auf den Markt gebracht, die einen neuen Weltrekord bei der Schärfe erzielten, wie z.B. die Habenero Red Savina, die Carolina Reaper oder die Pepper X.
Botanische Einordnung von Capsicum-Arten
Der Botaniker Carl von Linne legte 1753 die Gattung Capsicum fest. Er ordnete die beiden Arten Capsicum annuum und Capsicum frutescens ein. Linne ordnete 1767 in seinem Buch "Species Plantarum" die Arten Capsicum baccatum und Capsicum grossum ein, wobei letztere später jedoch der Art Capsicum annuum zugeordnet wurde.
Der Botaniker und Chemiker Nikolaus von Jacquin ordnete 1776 die Art Capsicum chinense ein, wobei er hierbei jedoch einem Irrtum unterlag, da er diese Art nach ihrem Fundort in Asien bezeichnete. Jedoch stammte auch diese Art ursprünglich aus Mittel- oder Südamerika.
Ruiz Lopez und Pavon legten 1797 die Art Capsicum pubescens fest, deren Sorten heute als Rocoto, Locoto oder vereinzelt auch Baumchili bekannt sind.
Erste Methode zur Schärfebestimmung
Der amerikanische Pharmakologe Wilbur L. Scoville legte 1912 eine Methode für die Bestimmung der Schärfe fest. Nach ihm wurde auch die Einheit für die Schärfe von Chilis (SHU = Scoville Heat Unit) benannt. Die Chilischärfe wurde durch einen Geschmackstest mit mehreren Personen ermittelt. Jede Testperson probierte verschieden stark verdünnte Lösungen und gab an, in welcher sie die Schärfe gerade noch bemerkte. Anschließend wurden die Ergebnisse aller Testpersonen miteinander verglichen. Heute misst man die Schärfe exakter durch Anwendung der Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC), welche in den 1980ern entwickelt wurde.
Erste deutschsprachige Rezepte mit Paprika
Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen die ersten deutschsprachigen Kochbücher, in denen Rezepte für Gerichte mit spanischem Pfeffer oder Paprika standen. Es begann die systematische Bestimmung von Capsicum-Arten und Veredelung von Sorten. Es sollte jedoch noch bis in die 50er Jahre dauern, bis in Ungarn die Züchtung von schärfefreien Gemüsepaprika gelang, wie man ihn heute noch in den Regalen der Supermärkte findet.
Entdeckung von Vitamin C in Paprika
Dr. Albert Szent Györgyi entdeckte 1933 das Vitamin C in Paprika. Für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Verbrennungsprozesse, besonders in Beziehung auf das Vitamin C und die Katalyse der Fumarsäure erhielt er 1937 den Nobelpreis in Medizin und Physiologie.
Heutiger Anbau von Chili und Paprika
Heutzutage wird Paprika weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Zonen angebaut. Durch Anbau in Gewächshäusern wird eine längere Vegetationsperiode erreicht. Um in Mitteleuropa eine ununterbrochene Ernte zu gewährleisten, wird die Paprikakultur oft in mehreren Sätzen (zu mehreren Pflanzterminen) gepflanzt. Die Pflanzen werden meistens maximal 11 Monate kultiviert. Nach einer Anbaupause von etwa einem Monat zum Reinigen des Gewächhauses wird eine neue Pflanzung angelegt.
Heute (Stand 2025) ist China zum weltweit größten Produzenten von Chili und Paprika aufgestiegen. Auch Mexiko, Inonesien, Türkei, Spanien, Nigeria, Ägypten, USA, Algerien, Niederlande gehören zu den weltweit größten Produktionsländern.
Wachsende Chiliszene in Deutschland
In Deutschland bildete sich ab etwa Mitte der 90er Jahren eine noch heute wachsende Chiliszene. Pepperworld.com und Anfang 2001 der erste deutsche Chilishop Pepperworld Hot Shop markierten den Anfang. Es folgten einige weitere Firmengründungen, wie z.B. Pepper-King (Shop existiert nicht mehr), Semillas La Palma, 2004 das Pfefferhaus oder 2005 Chili Food in Bad Dürkheim. Heute gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Chilishops, Chilisaucen-Manufakturen, Hersteller von Chiliprodukten aller Art und einige Chiligärtnereien.
Chiliforen in Deutschland
Es starteten auch die ersten großen deutschen Chiliforen. 2004 startete capsaholics.de und wurde 2009 zu capsamania.de. Leider stellte dieses Forum 2016 seinen Betrieb wieder ein. Im Jahr 2008 startete das Chiliforum Hot-Pain.de, das heute noch aktiv und zum größten Chiliforum im deutschsprachigen Raum aufgestiegen ist. Weiterhin gibt es mittlerweile einige Facebookgruppen, die sich mit den Themen rund um Chili befassen.
Das Chiliforum Chili-Pepper.de eröffnete am 10. Januar 2017. Aus einem kleinen Forum ist mittlerweile das zweitgrößte Chiliforum im deutschsprachigen Raum geworden. Es richtet sich an alle die Chili mögen, vom Anfänger im Chilianbau bis zum erfahrenen "Chilihead", an die Chili-Experten und alle die es werden wollen.
Bild: wilde Capsicum-Art Capsicum flexuosum
Die Geschichte der Verwendung von Chilis reicht bis mindestens in die Jungsteinzeit zurück. Bereits etwa 6500 v. Chr. wurden in der Nähe der heutigen Mexico City wilde Chilis gesammelt und von Ureinwohnern als Gewürz verwendet. Auch in Peru gab es Funde von Chilisamen in Höhlen und bei Ausgrabungen. In Peru wurden damals die Chilis sogar als Währung akzeptiert.
In der Zeit zwischen 8.000 und 5.000 vor Christi sollen schon wilde Chilipflanzen gezielt auf Ertrag weitergezüchtet worden sein. Heute sind etwa 28 Wildformen bekannt. Archäologische Funde in Oaxaca in Mexiko lassen vermuten, dass die erste gezüchtete Art eine Capsicum annuum war. Chilis gehören zu den frühesten domestizierten Nutzpflanzen in Amerika.
Verbreitung bis zum 15. Jahrhundert
Eine mögliche Wildform, von der die große Familie Capsicum annuum stammen könnte, ist die Chiltepin (Capsicum annuum var. glabriusculum). Das Wort "Chili" könnte von den Worten "Chilpoctli", "Chiltecpin" oder "Chiltepin" aus der Azteken-Sprache abstammen. Capsicum annuum waren in Mexico und Mittelamerika verbreitet.
Im heutigen Bolivien und Peru hatten sich Capsicum pubescens etabliert. In den Höhenlagen der Anden kamen sie mit den kühleren Temperaturen gut zurecht. Im Norden bis Nordosten Südamerikas waren Capsicum chinense verbreitet.
Verbreitung ab dem 15. Jahrhundert - Entdeckung durch die Europäer
Die weltweite Verbreitung von Chilis begann erst tausende Jahre später. Die Chilis kamen erstmalig im Jahr 1492 mit Christoph Kolumbus nach Europa. Kolumbus erwähnt in einem Brief an Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón ein scharfes Gewürz. Fälschlicherweise bekamen die mitgebrachten Chilipflanzen den Namen „pimenta“, nach dem spanischen Wort für Pfeffer. Es ist unklar, ob Kolumbus glaubte, Verwandte des ihm bekannten schwarzen Pfeffers gefunden zu haben, oder ob er den Vergleich heranzog, um die Verwendung als Gewürz hervorzuheben. Der Arzt Diego Alvarez Chanca, gab auf der 2. Reise von Christoph Kolumbus im Jahr 1494 der Gattung den noch heute gültigen Namen „Capsicum“. Ihm wird auch die Einführung des „Spanischen Pfeffers“ in die spanische Küche zugeschrieben. Die botanische Bezeichnung „Capsicum“ leitet sich von der Fruchtform der Beeren ab (kapselförmig).
Kultivierung in Spanien
Im spanischen Klima gediehen die mitgebrachten Chilis gut und wurden von dort ansässigen Mönchen kultiviert. Kurioserweise wurden die Pflanzen anfangs als Zierpflanze angesehen. Nach und nach fand man aber Geschmack an den scharfen Früchten.
Verbreitung im Osmanischen Reich
Das Osmanische Reich kam wahrscheinlich bei einer der Belagerungen der portugiesischen Kolonien Ormus in Persien im Jahr 1513 oder in Diu in Indien, 1538 zum ersten Mal in Kontakt mit Paprikapflanzen. Das Gewürz verbreitete sich im Osmanischen Reich und durch osmanische Händler auch außerhalb weiter.
Erste Untersuchungen und Einordnungen von Chilis
Etwa 50 Jahre nach der Entdeckung der Chilis wurden sie von dem deutschen Medizinprofessor Leonard Fuchs genauestens untersucht und erforscht. 1543 schreibt Leonhard Fuchs von „indianischem Pfeffer“ und unterscheidet drei Sorten.
Bekanntschaft mit Chilis machte auch 1550 der Hesse Hans Staden, der von brasilianischen Ureinwohnern gefangengenommen wurde. Er beschrieb Chili als strauchige Pflanze. Der niederländische Botaniker Clusius schrieb 1585 von großen Anpflanzungen in Böhmen, Brünn.
Verbreitung in die Kolonien
Die Portugiesen beförderten Chilis zuerst aus Südamerika nach Afrika und von dort aus nach Indien. Weiterhin wurden die Chilis auf den portugiesischen Handelsrouten nach China, Korea, Japan und den Philippinen gebracht. In diesen Ländern wurden die scharfen Früchte schnell Bestandteil der dortigen Küche und sind es auch heute noch.
In Asien entwickelte sich Chili zu mehr als nur einem Gewürz. Es wurde zur Seele der Küche. Vielfalt und Kreativität in der Verwendung der Chilis haben die asiatische Küche bereichert und deren berühmte Vielfalt erst möglich gemacht.
In Nordafrika entstand die legendäre Harissa-Paste, eine scharfe, aromatische Gewürzpaste, die aus Chilis, Knoblauch und verschiedenen Gewürzen besteht. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Küche geworden und wird in Eintöpfen, Suppen und als Würze für Fleischspeisen verwendet. Westafrikanische Länder wie Nigeria und Kamerun integrierten Chilis in traditionelle Eintöpfe und Saucen. In der äthiopischen Küche entwickelte man das scharfe Berbere-Gewürz, In den Nahen Osten brachten arabische Händler die Chilis über verschiedene Handelsrouten. Chilis integrierten sich langsam, aber nachhaltig in die traditionellen Gewürzmischungen.
Verbreitung in Nordamerika
In den heutigen USA entwickelte sich Chili schnell zum kulinarischen Identitätsmerkmal. Die Tex-Mex-Küche entstand. Eine Fusion von texanischen und mexikanischen Aromen machte Chilis in berühmten Gerichten wie Chili con Carne und Enchiladas auch außerhalb der USA populär.
Es entstanden Marken wie Tabasco, die zu Ikonen wurden und mittlerweile weltweit in den Küchen zu finden sind. Neben der kommerziellen Nutzung beschäftigen sich auch viele Hobbyköche in ganz Nordamerika mit der Kunst der Herstellung eigener Saucen und Gewürzmischungen. Heutzutage gibt es viele Chiliveranstaltungen, Wettbewerbe und Spezialmärkte in den USA. Die Entwicklung zur Liebhaberkultur zeigt sich ebenfalls in der wachsenden Anzahl an Chili-fokussierten Restaurants und Essenslieferdiensten.
In den USA wurden durch Züchter bereits mehrere Chilisorten auf den Markt gebracht, die einen neuen Weltrekord bei der Schärfe erzielten, wie z.B. die Habenero Red Savina, die Carolina Reaper oder die Pepper X.
Botanische Einordnung von Capsicum-Arten
Der Botaniker Carl von Linne legte 1753 die Gattung Capsicum fest. Er ordnete die beiden Arten Capsicum annuum und Capsicum frutescens ein. Linne ordnete 1767 in seinem Buch "Species Plantarum" die Arten Capsicum baccatum und Capsicum grossum ein, wobei letztere später jedoch der Art Capsicum annuum zugeordnet wurde.
Der Botaniker und Chemiker Nikolaus von Jacquin ordnete 1776 die Art Capsicum chinense ein, wobei er hierbei jedoch einem Irrtum unterlag, da er diese Art nach ihrem Fundort in Asien bezeichnete. Jedoch stammte auch diese Art ursprünglich aus Mittel- oder Südamerika.
Ruiz Lopez und Pavon legten 1797 die Art Capsicum pubescens fest, deren Sorten heute als Rocoto, Locoto oder vereinzelt auch Baumchili bekannt sind.
Erste Methode zur Schärfebestimmung
Der amerikanische Pharmakologe Wilbur L. Scoville legte 1912 eine Methode für die Bestimmung der Schärfe fest. Nach ihm wurde auch die Einheit für die Schärfe von Chilis (SHU = Scoville Heat Unit) benannt. Die Chilischärfe wurde durch einen Geschmackstest mit mehreren Personen ermittelt. Jede Testperson probierte verschieden stark verdünnte Lösungen und gab an, in welcher sie die Schärfe gerade noch bemerkte. Anschließend wurden die Ergebnisse aller Testpersonen miteinander verglichen. Heute misst man die Schärfe exakter durch Anwendung der Hochleistungsflüssigkeitschromatografie (HPLC), welche in den 1980ern entwickelt wurde.
Erste deutschsprachige Rezepte mit Paprika
Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen die ersten deutschsprachigen Kochbücher, in denen Rezepte für Gerichte mit spanischem Pfeffer oder Paprika standen. Es begann die systematische Bestimmung von Capsicum-Arten und Veredelung von Sorten. Es sollte jedoch noch bis in die 50er Jahre dauern, bis in Ungarn die Züchtung von schärfefreien Gemüsepaprika gelang, wie man ihn heute noch in den Regalen der Supermärkte findet.
Entdeckung von Vitamin C in Paprika
Dr. Albert Szent Györgyi entdeckte 1933 das Vitamin C in Paprika. Für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Verbrennungsprozesse, besonders in Beziehung auf das Vitamin C und die Katalyse der Fumarsäure erhielt er 1937 den Nobelpreis in Medizin und Physiologie.
Heutiger Anbau von Chili und Paprika
Heutzutage wird Paprika weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Zonen angebaut. Durch Anbau in Gewächshäusern wird eine längere Vegetationsperiode erreicht. Um in Mitteleuropa eine ununterbrochene Ernte zu gewährleisten, wird die Paprikakultur oft in mehreren Sätzen (zu mehreren Pflanzterminen) gepflanzt. Die Pflanzen werden meistens maximal 11 Monate kultiviert. Nach einer Anbaupause von etwa einem Monat zum Reinigen des Gewächhauses wird eine neue Pflanzung angelegt.
Heute (Stand 2025) ist China zum weltweit größten Produzenten von Chili und Paprika aufgestiegen. Auch Mexiko, Inonesien, Türkei, Spanien, Nigeria, Ägypten, USA, Algerien, Niederlande gehören zu den weltweit größten Produktionsländern.
Wachsende Chiliszene in Deutschland
In Deutschland bildete sich ab etwa Mitte der 90er Jahren eine noch heute wachsende Chiliszene. Pepperworld.com und Anfang 2001 der erste deutsche Chilishop Pepperworld Hot Shop markierten den Anfang. Es folgten einige weitere Firmengründungen, wie z.B. Pepper-King (Shop existiert nicht mehr), Semillas La Palma, 2004 das Pfefferhaus oder 2005 Chili Food in Bad Dürkheim. Heute gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Chilishops, Chilisaucen-Manufakturen, Hersteller von Chiliprodukten aller Art und einige Chiligärtnereien.
Chiliforen in Deutschland
Es starteten auch die ersten großen deutschen Chiliforen. 2004 startete capsaholics.de und wurde 2009 zu capsamania.de. Leider stellte dieses Forum 2016 seinen Betrieb wieder ein. Im Jahr 2008 startete das Chiliforum Hot-Pain.de, das heute noch aktiv und zum größten Chiliforum im deutschsprachigen Raum aufgestiegen ist. Weiterhin gibt es mittlerweile einige Facebookgruppen, die sich mit den Themen rund um Chili befassen.
Das Chiliforum Chili-Pepper.de eröffnete am 10. Januar 2017. Aus einem kleinen Forum ist mittlerweile das zweitgrößte Chiliforum im deutschsprachigen Raum geworden. Es richtet sich an alle die Chili mögen, vom Anfänger im Chilianbau bis zum erfahrenen "Chilihead", an die Chili-Experten und alle die es werden wollen.
Bild: wilde Capsicum-Art Capsicum flexuosum
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