Werden Tomaten bei über 30 Grad noch befruchtet

Chili Fred

Baccatum-Verschnurbsler
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ich habe festgestellt, das es bei deutlich über 30° bei mir nur noch abgefallene Blüten oder überhaupt keine gab
auch bei Tomaten werden ab 30° die Pollen unfruchtbar, die Blüten können nicht befruchtet werden und sterben ab
Da ich dieses Thema nun schon mehrfach hier im Forum gelesen habe, muss ich jetzt mal einen eigenen Thread dazu erstellen, da ich nicht @Delta seinen Thread dafür kapern wollte.
Mich würde mal interessieren, woher diese Annahme stammt und ob noch mehrere dieses so beobachten konnten?

Ich hatte in den letzten 15 Jahren in Dtl. meine Tomaten im Gewächshaus angebaut und hatte im Sommer regelmäßig um und über 40 Grad im GWH und meine Tomaten haben trotzdem fleißig gefruchtet.
Selbst hier im Süden bei dauerhaften Durchschnittstemperaturen von 35 Grad fruchten auch hier die Tomaten sehr gut. Nicht nur meine eigenen, sondern auch von allen anderen Farmern tragen die Pflanzen teils massenhaft Früchte. Habe das Thema hier auch schon mit einigen Leuten besprochen und niemand konnte beobachten, das die Tomaten bei hohen Temperaturen nicht mehr fruchten.

Vllt tritt dieses Problem ja nur bei einigen bestimmten Sorten auf, welche evtl aus kälteren Regionen wie zb Russland stammen?
 
Würde mich auch interessieren, ob die Aussage mit den 30°C irgendwie wissenschaftlich untermauert ist. So ganz realistisch kommt es mir auch nicht vor.
 
Hier mal ein bisschen 'was zu lesen:

 
Ich kann dazu aus dieser Saison berichten, dass ich im Gewächshaus eine miserable Ausbeute habe. Gerade mal zwei Sorten Black Cherry und San Marzano haben einen passablen Ertrag, die anderen 6 Sorten haben nur einzelnen Früchte, Diese beiden Pflanzen stehen rechts und links am Eingang und die Türe war fast immer offen.
Die Temperatur war sehr oft bei 40 Grad und drüber. Mal schauen, wieviel Ernte es in Summe sind am Ende der Saison, aber an die 43 Kilo von vorletztem Jahr komme ich bei weitem nicht ran.
 
Ich kann zu Tomaten nichts sagen, weil ich die nur ein einziges Mal angebaut hatte. Aber bei Chilis kann ich definitiv sagen, daß Pubescens schon bei um die 30° bei mir die Blüten abwerfen. Andere später, je nach Sorte. Bei mir hat es im Sommer nachmittags oft bis zu (locker) 45° für 2-3 Stunden oder auch mal länger.

Günthers Artikel lassen keine Wünsche offen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich baue seit 16 Jahren Tomaten an der südlichen Costa Blanca an und hier herrschen Temperaturen von ab und an weit über 35º, manchmal sogar 40º und ich habe jedes Jahr massig Tomaten und meine Pflanzen stehen in praller Sonne und das meist mehr als 8 std pro Tag.
Was Tomaten aber hier nicht mögen ist ein heisser Wind, a la Heissluftföhn, da gibts dann vertrocknete Blüten.
Also ich kann die obenerwähnte These nicht bestätigen.

VG Stefan
 
Vermutlich wird man das nicht rein an den Außentemperaturen festmachen können. Neben der Temperatur, der Sonneneinstrahlung, der Windbewegung, der Wasserversorgung und der Luftfeuchtigkeit werden noch weitere Dinge eine Rolle spielen, ob sich genügend Pollen ausbilden und diese fruchtbar bleiben.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich an der gleichen Tomatenpflanze an verschiedenen Pflanzenteilen unterschiedliche Temperaturen einstellen.

Wind beeinflusst die Wärmeabfuhr, kann aber auch durchaus in heißen Wetterlagen für mehr Wärme sorgen.

Die Luftfeuchtigkeit und die Wasserversorgung beeinflussen ebenfalls die Wärmeabfuhr, z.B. durch die sogenannte Verdunstungskälte.

Blüten können durch Blätter ausreichend beschattet sein. Wenn die Befruchtung erfolgt ist, spielt eher die Anpassung an das UV-Licht in der Sonneneinstrahlung eine Rolle.

Tomatenblüten öffnen sich meistens im Laufe des Vormittags. Dann ist es oft auch kühl genug. Deshalb kann die Bestäubung auch in heißem Klima funktionieren.

Vielleicht sollte man sich mal besonders sonnig stehende Tomatenpflanzen, die auch an heißen Tagen Tomaten ansetzen, zu verschiedenen Tageszeiten an warmen Sonnentagen mit einer Wärmebildkamera anschauen und an verschiedenen Stellen noch zusätzlich die Temperatur messen. Vielleicht schaffen es die Tomatenpflanzen ja, die Temperatur und die Feuchtigkeit der Pollen trotz ungünstiger Wetterbedingungen einigermaßen optimal zu halten.
 
Die Studien sind für mich als nicht-Biologen doch recht schwer verdaulich. Ich lese da aber eigentlich heraus, dass es nicht nur auf die Tagestemperatur, sondern auch auf die Nachttemperaturen ankommt. Dort ist dann von Nachttemperaturen von 26°C die Rede, was bei uns ja glücklicherweise auch diesen Sommer kaum vorkam. Die Aussage, dass ab 30°C Befruchtung nicht mehr funktioniert, sehe ich so nicht bestätigt. Allerdings fängt es da langsam an, dass die Befruchtung offenbar schlechter funktioniert. Trotz der Hitzewellen habe ich aber noch gute Ernten dieses Jahr.
Kritisch scheinen vor allem hohe Temperaturen bei gleichzeitigem Wassermangel zu sein, wie auch Markus geschrieben hatte. Im Juni hatte ich das Problem, das die Tomatenspritzen mit den Blüten herabhingen (trotz reichlichem Gießen). Da wurden dann auch kaum Früchte angesetzt, weil offenbar die Blüten zu heiß oder zu trocken wurden.
 
Kritisch scheinen vor allem hohe Temperaturen bei gleichzeitigem Wassermangel zu sein, wie auch Markus geschrieben hatte. Im Juni hatte ich das Problem, das die Tomatenspritzen mit den Blüten herabhingen (trotz reichlichem Gießen). Da wurden dann auch kaum Früchte angesetzt, weil offenbar die Blüten zu heiß oder zu trocken wurden.
Das ist bei mir im Sommer Standard, das habe ich jedes Jahr, das manche Spitzen runterhängen, gibt sich aber meist wieder.

VG Stefan
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich vermute einfach, daß es in allererster Linie auf die Sorte ankommt, ob eine Tomate die Hitze verträgt. Wie es von mir beobachtet auch bei Chilis ist ...

Z.B. ist die einzige Pubescens, die bisher keine sehr großen Probleme hatte, die Cabe Gandol (danke, Markus, daß ich die von Dir aus dem Wanderpaket entnehmen konnte). Schade an der ist, daß sie mir etwas zu mild und zu klein ist. Ideal wäre eine Mischung aus den Gelben Riesen (Größe, halbe Schärfe dazwischen) und der Hitzeresistenz der Cabe Gandol. Aber man kann nicht alles haben.

Ich gehe stark davon aus, daß es auch viele Tomaten gibt, die besser mit Hitze klarkommen als andere.
 
Die Cabe Gondol baue ich seit 3 Jahren an und das war bisher immer die erste die reife Beeren hatte und die die am wenigsten problematisch ist. So auch dieses Jahr. Und ja, die ist etwas mild (nicht so mild wie die Marlene) und die Beeren sind recht klein - aber die Pflanze ist eigentlich sehr ergibig. Dieses Jahr sind alle Rocotos bei mir recht klein, sogar die Arequipa hat nur Mini-Beeren.,
 
Und ja, die ist etwas mild (nicht so mild wie die Marlene) und die Beeren sind recht klein - aber die Pflanze ist eigentlich sehr ergibig. Dieses Jahr sind alle Rocotos bei mir recht klein, sogar die Arequipa hat nur Mini-Beeren.,
Ich habe heuer ein echt komisches Jahr. Ist zwar OffTopic ... aber da wir schon dabei sind. :-) Meine Jalapenos Tex-Mex tragen weniger als normal, meine Gorria hat das erste Mal BEF bei ein paar Beeren und eher weniger Ertrag und eine indonesische (Originalimport) will überhaupt keine einzige Blüte produzieren. Dafür trägt die Madame Jeanette mehr als normal ...
 
Ich gehe stark davon aus, daß es auch viele Tomaten gibt, die besser mit Hitze klarkommen als andere.
Das erkläre mal meinen Innsbrucker Ochsenherz, die leiden wie Hund bei der Hitze hier und tragen dennoch Unmengen.
Da ist manch einheimische Sorte zwar hitzeverträglicher, trägt aber nur die Hälfte.

VG Stefan
 
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