Chilis fermentieren

Ich hatte Rocoto gelbe Riesen und Serrano in den Honig gelegt. Und diese im Nicer Dicer zu kleinen Stücken verarbeitet, Die haben schon recht Wasser abgegeben. Ich habe heute Abend mal verkostet - ein größeres Glas das im Kühlschrank aufbewahrt wurde. Geruch leicht säuerlich, als Beilage zu "Schweinskäse" (eine Art Sülze, aber sehr viel feiner durch den Fleischwolf) sehr lecker.
 
Ich hatte mal vergeblich versucht, Knoblauch in Honig zu fermentieren. Jetzt ist mir klar, daß da wohl zu wenig Wasser drin war. Wie finde ich denn heraus, wie hoch der Wassergehalt in meinem Honig ist?
 
Imker messen den Wassgehalt des Honigs wohl mit einem Refraktometer:


Fürs Fermentieren werde ich es nicht so genau handhaben.

Laut dem zuvor verlinkten deutschen Video dauert das Fermentieren von ganzen Knoblauchzehen in Honig wohl generell ziemlich lange, gar mehrere Monate.
 
@Dropselmops - die Frage wurde beantwortet ! Und ein Refraktometer fehlt dir vermutlich (mir auf jeden Fall) noch in meinem Fundus ;) . Was man alles braucht um Chilis verarbeiten zu können.

 
Ihr macht mir Spaß … KERN machen zumindest mal gute Waagen, also wird das Refraktometer kein Schrott sein.
Gegenfrage: was ist denn die mögliche Range vom Honig, wenn er sich fürs Fermentieren eignet. Dann könnte man ja prophylaktisch einfach noch ein bissle Wasser zugeben.
Mein Experiment hab ich 2 Jahre laufen lassen. Geblubbert hat da nichts und abgesunken sind die Zehen auch nicht. Haben natürlich auch nicht gegammelt. Aber ich muß das echt noch mal probieren.
 
Hallo,

heute nicht von der Honigfermentation, sondern von den anderen Sachen, die ich zur wilden Fermentation angesetzt hatte und die noch noch zur Weiterverarbeitung austehen.

Es war wieder ganz schön viel Arbeit, zumal ich Wert darauf lege, Behälter und Verschlüsse mit kochendem Wasser zu behandeln:



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Der Chili- und Tomatenanteil der Salsas und auch die Jalapenos stammen zu 100% von meinem Balkon, der Zwiebel-, Knoblauch-, Pfeffer- und Mangoanteil natürlich nicht :)

Ich hatte zwar Knoblauch bei den Chilis und Tomaten als Schutzgeister gegegen Schädlinge (eventuell sogar erfolgreich) gepflanzt, ernten konnte ich vom Knoblauch allerdings nichts :).

Als kleine Anmerkung:
Wenn man einige (hoffentlich Bio-)Zitronenscheiben mit Schale mit den Chilis fermentiert, dann duftet und schmeckt das Resultat auch entsprechend nach Zitrone.
Ist mir mit einem der Gläser passiert, siehe "Zitrone"-Kennzeichnung.
Ist OK, in dem anderen Jalapeno-Glas hatte ich lediglich ein paar kleine Zitronenstücke mit eingelegt, das schmeckt deutlich mehr nach Jalapeno.
Beides ist OK für mich, der Zitronengeschmack der Jalapenos aus dem Glas ist mir allerings etwas zu stark.

Insgesamt passt es für mich,

dies als Info,

LG,

Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

nach ein paar Wochen noch ein Update von meier letzten Chili-Verarbeitung, die Reste vom Balkon.

Hab ich am Wochenende erledigt.

Einmal Jalapenos und Tomaten vom Balkon, zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch und Pfefferkörnern.

Und der Honig mit den Habaneros vom Balkon.

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Wie ihr sehen könnt, habe ich die Jalapenos und die Tomaten (wild fermentiert) wiedermal zu einer dickflüssigen Salsa püriert (volle Flasche) und den Rest zu einer dünnerflüssigen Salsa/Würze verarbeitet (halbvolle Flasche).

Aus den Habaneros im Honig habe ich einen dünnflüssigen Habanerohonig im Glas abgefüllt und die Chilis in ein kleines Glas.

Mein Ziel, den Habaneros einiges an Schärfe zu entziehen und den typischen tropischen Geschmack zu extrahieren, habe ich denke ich geschafft.

Immer noch scharf, aber die Aromen der Früchte, unterstützt vom Honig, stehen nun im Vordergrund.

Alkoholgeschmack kann ich persönlich nicht feststellen. Etwas Wasser hatte ich zwischendurch noch nachgefüllt. Auch eine Gärtätigkeit durch Blasenbildung konnte ich nicht oder nicht wesentlich feststellen. Täglich habe ich das Honigglas geschüttelt, bis auf 5 Tage, an denen ich verreist war.

Wer das mit dem Honig mal testen will, nur zu.

Mann kann sich ja ein paar Habaneros im Supermarkt holen, falls man keine eigenen mehr hat.

Dies zur Info,

LG,

Stephan
 
Nach der ersten Nacht ist der Honig deutlich klarer und fließfähiger.

Die Habaneros sind denke ich geschrumpft, was wahrscheinlich ein gutes Zeichen ist.

Sie erinnern mich an frisch gesammelte Waldpilze, die beim Braten erstmal schrumpfen :)

Noch sind sie an der Oberfläche, in den nächsten Tagen werden sie vermutlich absacken.

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Hab heute die letzten Habanerostücke aus der Honig-Fermentation von vorletztem Jahr in eine Pastasoße gegeben und verzehrt.
Fazit: Nach 1 3/4 Jahren sind sie geschmacklich immer noch eine Wucht oder vielleicht gerade wegen des Alters.
Da dieses Jahr meine Habaneros eher mau aussehen, werde ich das vielleicht mit meinen Scotch Bonnet machen. Da sieht es deutlich besser aus, was den zu erwartenden Ertrag betrifft.
Ich kanns nur empfehlen, das mal zu versuchen.
Hinweis: Es entsteht Alkohol dabei.
 
Vielen Dank für den Hinweis!

In den letzten Jahren hat das so gepasst. 1,5 - 2cm Luft bis zum Deckel.

Das kommt durch das Bild glaube ich nicht gut zur Geltung. Aber das stimmt, man sollte die Gläser nicht zu voll machen.

Ich mag die Weck-Gläser sehr.

Wenn man sie gewissenhaft verschlißet, sind die ein guter Freund.

CO2 kommt raus, Sauerstoff kommt nicht rein.

Die Gläser habe ich jeweils auf einen Teller gestellt.

Überlaufen muss sein und ist gut, solange es sich in Grenzen hält.
 
Die Gläser sind recht voll und wenn ich es richtig sehe auch auch abgeschlossen ? Wie kommt CO2 raus, das beim Gären entsteht ? Oder bin ich gerade im falschen Film ?
Das geht über die Dichtung und die Klammern.

Das ist für mich persönlich das Beste, was ich bislang kennenglernt habe.

Die Klammern halten super-dicht, was Luft von außen betrifft. Wenn der Druck von innen zu groß wird, wird der Druck langsam rausgelassen.
Ich finds super.

Mit Smith's Mason Jars habe ich auch meine Erfahrungen.

Die sind auch gut, aber da bekommt man durch Membran mehr Luft rein und da hatte ich mehr Hefe, zumindest beim letzten Mal.
 
Ich hatte schon Fermentationen, die sehr aktiv waren. Da hat es die Lake bei mehr Platz nach oben trotzdem heraus gedrückt.
 
Es gibt kein besondered Rezept. Grundlegende Dinge kann man im Netz hervorragend recherchieren.

Ich habe hier mal versucht zusammenzustellen, wie ich es mache.

Für die Fermentation in den (Weck-)Gläsern sind folgende Dinge wichtig:

Wilde Fermentation
  • Salzlake sollte 3-5% Salz haben. Geht ganz einfach, 30-50g mit der Küchenwaage abmessen, dann in 1l Wasser und unter Umrühren das Salz lösen lassen
  • Chilis kleinschnibbeln. Ich maches dieses Jahr zum ersten Mal Cayenne
  • Andere Sachen kleinschnibbeln; die Cayenne möchte ich mit Cherrytomaten kombinieren
  • Je nachdem, ob man Knoblauch mag, rein damit. Diesmal etwas sparsamer als sonst, 1 Zehe, als Fächergeschnitten, damit alles zusammen bleibt. Ich liebe Knoblauch, tu gerne mal eine ganze Knolle nur für mich ins Essen. Bei der Fermentation ist m.E. weniger mehr. Gilt auch für Zwiebeln.
  • Je nach Vorliebe kann auch noch Zitrusfrucht reingegeben werden. Falls mit Schale, dann auf Bio-Qualität achten. Ich hatte Zitronenscheiben mal als Fermentationsgewicht-Ersatz verwendet. Fermentiert man mit Schale, dann die Stücke am Ende rausnehmen und nicht weiter verarbeiten. Mit Schale kann jedoch ein sehr internsiev Schmeckendes ferment erzeugen
  • In eines der Gläser habe ich Pfefferkörner reingegeben. Sollten nicht zu viele sein, da die Chilis dominant bleiben sollten
  • Man kann so seiner Phantasie freien Lauf lassen. Zu Chinense (z.B. Habanero, dsieses Jahr wirds bei mir eher Scotch Bonnet) passen Tropenfrüchte prima. Letztes Jahr habe ich viel mit Ananas, Papaya und Mango gemacht (siehe Bilder hier im Thread)
Dann die eigentlich Fermentatio, so wie ich sie seit 3 Jahren mache:

  • Zutaten gut mischen
  • Ins Glas geben
  • Im Glas nochmal gut durchmischen
  • Ggf Gewicht drauf geben (nicht überlebenswichtig, zumindest bei Gläsern, die gut dicht sind)
  • Salzlake drauf geben
  • Glas gut verschließen
  • Glas beschriften mit Inhalt und Datum (wichtig!)
  • Glas 1-2Wochen bei 21-25 Grad stehen lassen, im Winter in Heizungsnähe
  • Unbedingt Glas jeweils auf einen Teller stellen, denn ab ca. dem 3. Tag läuft Flüssigkeit über das Membran herunter
  • Dann mindestens nochmal 2 Wochen in den Kühlschrank

WICHTIG: Nicht öffnen! zumindest die ersten 2 Wochen nicht, ich lasse es mindestens 4 Wochen zu.

Nach 4 Wochen kann man es aufmachen und probieren oder eine Salsa machen mit dem Zauberstab.
Es sollte bereits nach ca. 3 Tagen anfangen, sehr angenehm zu riechen.

Dazu:
  • Fermentationsflüssigkeit mit Sieb abgießen und in Schüssel auffangen
  • Zutaten mit Zauberstab pürieren
  • Je nach gewünschter Konsistenz ggf. Fermentationsflüssigkeit hinzugeben
  • Salsa abfüllen
  • Rest der Fermentationsflüssigkeit abfüllen, ist eine Prima-Zutat zum Kochen, wenn man Flüssigkeit hinzugeben muss, z.B. Eintöpfe, Gemüse etc.



Honig Fermentation
  • Chilis kleinschnibbeln
  • Ins (Weck-)Glas rein
  • Honig zugeben
  • Bei zäh fließendem Honig etwas Wasser hinzugeben
  • Glas gut verschließen
  • Ein Zeit draußen stehen lassen (hab vergessen, wie lange das bei mir war)
  • Dann in den Kühlschrank

Die Honigfermentation funktioniert etwas anders, als die wilde Fermentation.
Der Honig entzieht den Chilis Wasser, übersteigt dann den natürlichlichen Wassergehalt und fängt dann eine Alkoholgärung an.
Man kann es professionell machen und den Wassergehalt und später den Alkoholgehalt messen. Genauso wie man bei der Wilden Fermentation den PH-Wert messen kann. Ich habe beides nie gemacht.

Generell zum Thema Fermentationsgläser
Ich bin mittlerweile ein Riesen-Weck Fan.
Die Gläser sind super-dicht im Sinne von: Da kommt keine Luft rein.
CO2 hingegen kommt raus über die Klammern.
Wichtig: Gummiring mus exakt drauf sein und die Klammern ebenfalls, gg. nochmal seitlich festdrücken. Das Glas muss dicht sein!
Gewicht ist dann hilfreich, aber nicht super wichtig, dann oben schwimmende Stücke werden durch das enststehende CO2 vor der Verwesung geschützt.

Das Smith Mason Jar ist auch gut, aber da kam irgendwnn etwas mehr (nicht super-viel) Kamhefe. Kein großes Problem.
Eine Herausforderung u.U. Die eiegene Neugierde zügeln und das Glas in den ersten 4 Wochen einfach nicht öffnen. So macht man nix falsch, falls es wirklich dicht verschlossen ist.

Bilder habe ich hier bereits viele von den letzten Malen gepostet, wens interessiert, der kann diesen Thread und meine Beiträge mal durchforsten.
 
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